Einblasdämmung: Kosten, Nachteile und Förderung im Überblick

Viele Häuser verlieren ihre Wärme über Hohlräume, die eigentlich ideal für eine Dämmung wären: die Luftschicht im zweischaligen Mauerwerk, die Gefache einer Holzbalkendecke oder die Zwischenräume im Dach. Eine Einblasdämmung nutzt genau diese vorhandenen Hohlräume. Der Dämmstoff wird mit Druckluft durch kleine Öffnungen eingeblasen, ohne dass Fassade, Dachhaut oder Decke abgetragen werden müssen. Das macht das Verfahren schnell, vergleichsweise günstig und für viele Bestandsgebäude besonders attraktiv.
Trotzdem tauchen vor der Entscheidung immer dieselben Fragen auf: Was kostet eine Einblasdämmung pro Quadratmeter? Welche Nachteile hat sie, und kann sie Schimmel verursachen? Welches Material passt zu welchem Einsatzort? Und unter welchen Voraussetzungen gibt es einen staatlichen Zuschuss?
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie die Einblasdämmung funktioniert, wo sie sinnvoll ist und wo nicht, mit welchen Kosten Sie rechnen sollten und welche technischen Anforderungen für die Förderung gelten. Gerade beim letzten Punkt lohnt sich der genaue Blick, denn ob der Zuschuss fließt, entscheidet sich oft schon bei der Wahl des Dämmstoffs.
Inhaltsverzeichnis

Kurz erklärt: Einblasdämmung
Bei einer Einblasdämmung wird loser Dämmstoff mit einer Einblasmaschine in vorhandene Hohlräume geblasen und dort verdichtet.
Typische Einsatzorte sind das zweischalige Mauerwerk (Kerndämmung), Dachschrägen mit geschlossener Verkleidung, die oberste Geschossdecke und Holzbalkendecken.
Gängige Dämmstoffe sind Zellulose, Holzfaser, Mineralwollgranulat, Granulat aus EPS sowie Perlite und Aerogel.
Die Kosten liegen je nach Einsatzort und Material grob zwischen 20 und 80 Euro pro Quadratmeter einschließlich Arbeit.
Die Einblasdämmung kann als Einzelmaßnahme über das BAFA mit 15 Prozent gefördert werden, sofern die technischen Mindestanforderungen erfüllt sind.
Bei der Kerndämmung muss der Hohlraum vollständig verfüllt werden, und der Dämmstoff darf eine Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,035 W/(mK) haben.
Der Förderantrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Der Vertrag mit dem Fachbetrieb braucht dafür eine aufschiebende oder auflösende Bedingung.
Was ist eine Einblasdämmung und wie funktioniert sie?
Die Einblasdämmung ist kein eigener Dämmstoff, sondern ein Verfahren. Statt Dämmplatten zuzuschneiden und zu verlegen, füllt der Fachbetrieb einen geschlossenen Hohlraum mit losem Material. Dazu werden je nach Bauteil kleine Bohrungen in die Fassade, in die Innenverkleidung oder in die Dielung gesetzt. Über einen Schlauch bläst die Einblasmaschine den Dämmstoff mit Druckluft ein, bis der Hohlraum dicht und gleichmäßig gefüllt ist. Anschließend werden die Öffnungen wieder verschlossen, bei Klinkerfassaden meist farblich passend zur Fuge.
Der entscheidende Qualitätsfaktor ist die Verdichtung. Ein loses Material, das zu locker eingeblasen wird, kann sich mit der Zeit setzen. Dann entstehen oben im Hohlraum ungedämmte Zonen, die als Wärmebrücken wirken. Erfahrene Fachbetriebe arbeiten deshalb mit festgelegten Einblasdichten, einem passenden Bohrraster und einer Kontrolle der Füllmenge. Häufig wird vor Beginn mit einer Endoskopkamera geprüft, ob der Hohlraum durchgängig, trocken und frei von Mörtelbrücken oder Bauschutt ist. Nach der Dämmung kann eine Thermografieaufnahme in der Heizperiode zeigen, ob die Füllung lückenlos gelungen ist.
Der große Vorteil liegt im geringen Eingriff in die Bausubstanz. Eine Kerndämmung ist oft an einem bis zwei Tagen erledigt, das Haus bleibt bewohnbar, und das äußere Erscheinungsbild der Fassade ändert sich praktisch nicht. Das macht das Verfahren besonders interessant für Gebäude mit erhaltenswerter Klinkerfassade, bei denen ein Wärmedämmverbundsystem gestalterisch nicht in Frage kommt.
Kerndämmung: Einblasdämmung im zweischaligen Mauerwerk
Die bekannteste Form der Einblasdämmung ist die Kerndämmung. Viele Häuser, vor allem in Norddeutschland und aus den Baujahren zwischen etwa 1950 und 1980, haben ein zweischaliges Mauerwerk: eine tragende Innenschale, eine äußere Verblendschale aus Klinker und dazwischen eine Luftschicht von meist vier bis acht Zentimetern. Diese Luftschicht war ursprünglich als Feuchteschutz gedacht, sorgt heute aber vor allem für hohe Wärmeverluste. Bei der Kerndämmung wird genau dieser Zwischenraum mit Dämmstoff gefüllt.
Ob sich eine Wand für die Kerndämmung eignet, hängt von mehreren Punkten ab. Der Hohlraum muss durchgängig und ausreichend breit sein, als Faustwert gelten mindestens vier Zentimeter. Die Außenschale sollte intakt sein und Schlagregen zuverlässig abhalten, denn feuchtes Mauerwerk und eine Dämmung im Kern vertragen sich schlecht. Zudem dürfen keine größeren Mörtelreste oder Bauschutt den Hohlraum blockieren. Deshalb gehört eine Voruntersuchung mit Endoskop zu jeder seriösen Kerndämmung.
Für die Kerndämmung kommen nur wasserabweisende, also hydrophobierte Dämmstoffe in Frage, die für diesen Einsatz zugelassen sind. Das sind vor allem Mineralwollgranulat, Granulat aus EPS (häufig mit Graphitzusatz), hydrophobiertes Perlite oder Aerogelgranulat. Zellulose ist für das zweischalige Mauerwerk dagegen in der Regel nicht geeignet, weil sie Feuchtigkeit aufnimmt.
Für die Förderung ist eine Besonderheit wichtig: Bei der Wand gilt grundsätzlich ein U-Wert von höchstens 0,20 W/(m²K). Diesen Wert erreicht eine Kerndämmung mit wenigen Zentimetern Hohlraum praktisch nie. Die technischen Mindestanforderungen sehen deshalb für die Kerndämmung eine eigene Regel vor: Der vorhandene Hohlraum muss vollständig verfüllt werden, und der Dämmstoff darf eine Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,035 W/(mK) haben. Damit entscheidet die Materialwahl direkt über den Zuschuss.
Häufig gefragt wird auch, ob sich Kerndämmung und Wärmedämmverbundsystem kombinieren lassen. Technisch ist das möglich, und bei sehr schmalen Hohlräumen kann eine zusätzliche Außendämmung energetisch sinnvoll sein. In der Praxis ist die Kerndämmung aber meist gerade deshalb attraktiv, weil sie die Klinkerfassade erhält. Welche Variante sinnvoller ist, hängt vom Zustand der Fassade, vom Budget und von den langfristigen Sanierungszielen ab. Mehr zur Förderung der Fassadendämmung insgesamt lesen Sie auf unserer Seite zur Förderung Außenwand.
Einblasdämmung für Dach und Dachboden
Neben der Fassade ist das Dach das zweite große Einsatzfeld. Dabei lassen sich zwei Situationen unterscheiden, die sich in Aufwand und Förderfähigkeit deutlich unterscheiden.
Oberste Geschossdecke und Dachboden
Ist der Dachraum unbeheizt, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke oft die wirtschaftlichste Maßnahme überhaupt. Bei einer Holzbalkendecke lassen sich die Gefache zwischen den Balken durch kleine Öffnungen in der Dielung verfüllen. Ist der Dachboden ungenutzt, kann der Dämmstoff auch offen auf die Decke aufgeblasen werden. Die offene Variante ist schnell erledigt und erlaubt große Dämmstärken, die Fläche ist danach allerdings nicht mehr begehbar, ohne zusätzliche Laufstege einzuplanen. Für die Förderung gilt bei der obersten Geschossdecke ein U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²K). Je nach Material sind dafür grob 25 bis 30 Zentimeter Dämmstärke nötig, was bei offener Aufblasdämmung gut erreichbar ist.
Dachschrägen und Zwischensparrendämmung
Bei ausgebauten Dachgeschossen mit geschlossener Verkleidung kann der Raum zwischen den Sparren von innen oder außen eingeblasen werden, ohne die Verkleidung vollständig zu entfernen. Für Schrägdächer gilt ebenfalls ein U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²K). Die Sparrenhöhe älterer Dächer reicht dafür allein häufig nicht aus. Dann wird die Einblasdämmung mit einer Untersparren- oder Aufsparrendämmung kombiniert, damit die Anforderung insgesamt erreicht wird. Ob das bei Ihrem Dach gelingt, sollte vor der Beauftragung geklärt werden. Wie sich die verschiedenen Verfahren am Dach unterscheiden, lesen Sie in unserem Beitrag Dachdämmung im Vergleich, einen Überblick über die Fördermöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zur Förderung Dachsanierung.
Wichtig bei allen Dachvarianten ist die Luftdichtheit auf der warmen Seite. Eine Einblasdämmung ersetzt keine Dampfbremse. Fehlt sie oder ist sie beschädigt, kann warme, feuchte Raumluft in die Dämmebene gelangen und dort kondensieren.
Materialien für die Einblasdämmung im Vergleich
Welcher Dämmstoff der richtige ist, hängt vor allem vom Einsatzort ab. Für die Förderung zählt dabei nicht das Material an sich, sondern ob die geforderten Werte erreicht werden.
Dämmstoff | Typische Wärmeleitfähigkeit in W/(mK) | Geeignet für | Hinweis zur Förderung |
Zellulose | ca. 0,038 bis 0,040 | Dach, oberste Geschossdecke, Holzbalkendecke, Holzrahmenbau | Für die Kerndämmung in der Regel ungeeignet; am Dach über die Dämmstärke den U-Wert von 0,14 erreichen |
Holzfaser (lose) | ca. 0,038 bis 0,040 | Dach, Decken, Holzbau | Wie Zellulose, Nachweis über die Dämmstärke |
Mineralwollgranulat | ca. 0,034 bis 0,035 | Kerndämmung, Dach, Decken | Hydrophobierte Varianten können die 0,035 für die Kerndämmung einhalten |
Granulat aus EPS (mit Graphit) | ca. 0,033 bis 0,035 | Kerndämmung | Häufig gewählt, weil die 0,035 eingehalten werden; Produktdatenblatt prüfen |
Perlite (hydrophobiert) | ca. 0,045 bis 0,050 | Kerndämmung | Erreicht die 0,035 meist nicht, für die Förderung der Kerndämmung daher kritisch |
Aerogelgranulat | ca. 0,018 bis 0,020 | Sehr schmale Hohlräume | Sehr gute Dämmwirkung, aber deutlich teurer |
Die Werte sind Richtwerte. Maßgeblich ist immer der Bemessungswert aus dem Datenblatt des konkreten Produkts und seine Zulassung für den jeweiligen Einsatz. Wer sich für EPS als Plattendämmstoff interessiert, findet die Unterschiede in unserem Beitrag zur EPS Dämmung.
Was kostet eine Einblasdämmung?
Die Kosten einer Einblasdämmung hängen von Einsatzort, Dämmstoff, Dämmstärke und Zugänglichkeit ab. Da kein Gerüst und kaum Rückbau nötig sind, gehört sie zu den günstigeren Dämmmaßnahmen. Die folgenden Spannen verstehen sich als grobe Orientierung einschließlich Material und Arbeit.
Einsatzort | Kosten pro m² inklusive Arbeit (Richtwert) | Typische Kostentreiber |
Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk | ca. 25 bis 45 Euro | Hohlraumbreite, Dämmstoff (Aerogel deutlich teurer), Zahl der Bohrungen, Voruntersuchung |
Oberste Geschossdecke, offen aufgeblasen | ca. 20 bis 40 Euro | Dämmstärke, Laufstege, Zugang zum Dachboden |
Holzbalkendecke, Gefache verfüllt | ca. 30 bis 50 Euro | Öffnen und Schließen der Dielung, Balkenabstand |
Dachschräge, Zwischensparren eingeblasen | ca. 40 bis 80 Euro | Zugänglichkeit, notwendige Ergänzungsdämmung, Dampfbremse |
Für ein typisches Einfamilienhaus mit rund 140 Quadratmetern Außenwand landet eine Kerndämmung damit häufig im Bereich von etwa 3.500 bis 6.500 Euro. Hinzu kommen je nach Objekt Kosten für die Voruntersuchung, das Verschließen der Bohrlöcher, die Reinigung des Hohlraums oder eine Thermografiekontrolle. Fragen Sie im Angebot ausdrücklich nach, welche dieser Positionen enthalten sind, denn gerade bei Preisen pro Kubikmeter Dämmstoff lassen sich Angebote sonst schwer vergleichen.
Für die Förderung ist erfreulich, dass neben den eigentlichen Dämmarbeiten auch notwendige Nebenarbeiten zu den förderfähigen Kosten zählen können, etwa das Öffnen und Verschließen der Bohrungen oder die Wiederherstellung von Verkleidungen.
Vorteile und Nachteile der Einblasdämmung
Die Einblasdämmung hat viele Stärken, ist aber kein Verfahren für jedes Haus. Eine ehrliche Abwägung schützt vor teuren Enttäuschungen.
Die Vorteile
Der größte Vorteil ist der geringe Eingriff: Fassade, Dachhaut und Innenräume bleiben weitgehend unberührt, Schmutz und Lärm halten sich in Grenzen, und die Arbeiten sind meist in ein bis zwei Tagen erledigt. Weil der Dämmstoff sich jedem Hohlraum anpasst, entstehen bei fachgerechter Ausführung kaum Fugen oder Stoßstellen. Die Kosten liegen deutlich unter denen einer Außendämmung mit Gerüst, und die eingesparte Heizenergie macht sich bei vorher ungedämmten Hohlräumen schnell bemerkbar. Hinzu kommt, dass bei der Kerndämmung das gewohnte Erscheinungsbild der Klinkerfassade erhalten bleibt.
Die Nachteile
Die Dämmstärke ist durch den vorhandenen Hohlraum begrenzt. Eine Kerndämmung mit fünf Zentimetern verbessert die Wand spürbar, erreicht aber nie das Niveau einer dicken Außendämmung. Zudem bleibt eine gewisse Unsicherheit, weil der Hohlraum nicht einsehbar ist: Mörtelbrücken, Hindernisse oder ungleichmäßige Füllungen erkennt man nur mit Voruntersuchung und Kontrolle. Bei zu geringer Verdichtung kann sich loser Dämmstoff setzen und Lücken hinterlassen. Ein Rückbau ist aufwendig, falls sich später Probleme zeigen.
Kann eine Einblasdämmung Schimmel verursachen?
Die Einblasdämmung selbst verursacht keinen Schimmel. Probleme entstehen, wenn Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangt und nicht mehr austrocknen kann. Bei der Kerndämmung ist das vor allem eine durchfeuchtete oder rissige Außenschale, durch die Schlagregen eindringt. Am Dach ist es meist eine fehlende oder undichte Dampfbremse. Hinzu kommt ein Effekt, der nach jeder Dämmung auftreten kann: Wird die Gebäudehülle dichter, muss das Lüftungsverhalten angepasst werden. Wer diese Punkte vorab prüft und das passende, wasserabweisende Material wählt, hat bei fachgerechter Ausführung kein erhöhtes Schimmelrisiko.
Einblasdämmung selber machen: wann das funktioniert
Einblasmaschinen lassen sich in vielen Baumärkten tageweise mieten, und gerade bei der obersten Geschossdecke liegt der Gedanke an Eigenleistung nahe. Ein offener, gut zugänglicher Dachboden lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick tatsächlich selbst aufblasen. Wichtig sind dabei die richtige Einblasdichte, eine gleichmäßige Schichtdicke, saubere Randanschlüsse und der Schutz von Kaminen und elektrischen Leitungen.
Von einer Kerndämmung oder einer Zwischensparrendämmung in Eigenregie ist dagegen abzuraten. Hier braucht es Erfahrung mit Bohrraster, Einblasdruck und Verdichtung, eine Voruntersuchung des Hohlraums und Dämmstoffe, die für diesen Einsatz zugelassen sind. Fehler bleiben unsichtbar und zeigen sich oft erst nach Jahren.
Auch bei Eigenleistung kann eine Förderung möglich sein. Gefördert werden dann allein die Materialkosten, Ihre eigene Arbeitszeit nicht. Voraussetzung ist, dass ein Energieeffizienz-Experte oder ein Fachunternehmen die fachgerechte Ausführung und die Materialkosten bestätigt. Was dabei zu beachten ist, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zur BAFA Förderung bei Eigenleistung.
Einblasdämmung Förderung: Zuschuss, Voraussetzungen und Rechenbeispiel
Die Einblasdämmung zählt zu den Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und kann über die Bundesförderung für effiziente Gebäude beim BAFA bezuschusst werden. Ob Fassade, Dach oder oberste Geschossdecke: Gefördert wird nicht das Verfahren, sondern die Dämmung des Bauteils, sofern die technischen Mindestanforderungen eingehalten werden.
So hoch ist der Zuschuss
Der Grundfördersatz beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Förderfähig sind höchstens 30.000 Euro pro Kalenderjahr für die erste Wohneinheit, was einem Zuschuss von bis zu 4.500 Euro entspricht. Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan vor und ist die Maßnahme Bestandteil davon, verdoppelt sich die Kostengrenze für die erste Wohneinheit auf 60.000 Euro. Für den Kostenanteil oberhalb von 30.000 Euro steigt der Fördersatz dann auf 20 Prozent. Weil eine Einblasdämmung allein selten diese Größenordnung erreicht, spielt der individuelle Sanierungsfahrplan vor allem dann eine Rolle, wenn die Dämmung Teil einer umfassenderen Sanierung ist. Für besonders schlecht gedämmte Gebäude ist zusätzlich ein eigener Bonus für Dämmmaßnahmen vorgesehen.
Die Mindestinvestition liegt bei 300 Euro brutto. Auch die Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten wird mit 50 Prozent gefördert, und zwar unabhängig von der Kostengrenze der eigentlichen Maßnahme.
Die technischen Anforderungen
Bauteil | Anforderung für die Förderung |
Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk | Hohlraum vollständig verfüllt, Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs höchstens 0,035 W/(mK) |
Außenwand allgemein | U-Wert höchstens 0,20 W/(m²K) |
Oberste Geschossdecke | U-Wert höchstens 0,14 W/(m²K) |
Schrägdach | U-Wert höchstens 0,14 W/(m²K) |
Dachgauben | U-Wert höchstens 0,20 W/(m²K) |
Diese Anforderungen sind strenger als der gesetzliche Mindeststandard.
Förderbedingungen können sich ändern, deshalb sollte jedes Vorhaben vor der Beauftragung individuell geprüft werden.
Rechenbeispiel
Ein Einfamilienhaus mit zweischaligem Mauerwerk erhält eine Kerndämmung auf 140 Quadratmetern Außenwand, dazu wird die oberste Geschossdecke mit 90 Quadratmetern gedämmt.
Position | Kosten | Zuschuss |
Kerndämmung, 140 m² zu je 35 Euro | 4.900 Euro | 735 Euro (15 Prozent) |
Oberste Geschossdecke, 90 m² zu je 30 Euro | 2.700 Euro | 405 Euro (15 Prozent) |
Fachplanung und Baubegleitung | 598 Euro | 299 Euro (50 Prozent) |
Gesamt | 8.198 Euro | 1.439 Euro |
Das Beispiel zeigt auch, wo die Grenzen liegen: Die Einblasdämmung ist so günstig, dass der Zuschuss in absoluten Zahlen überschaubar bleibt. Gerade deshalb lohnt es sich, mehrere Bauteile in einem Zug zu dämmen und die Maßnahme sauber vorzubereiten, damit der Zuschuss nicht an einem Formfehler scheitert.
Zuschuss oder Steuerbonus?
Alternativ zum Zuschuss können selbstnutzende Eigentümer den Steuerbonus nach § 35c EStG nutzen: 20 Prozent der Kosten, verteilt über drei Jahre, höchstens 40.000 Euro pro Objekt, bei Gebäuden ab zehn Jahren. Für dieselbe Maßnahme gilt strikt entweder oder. Bei kleineren Dämmmaßnahmen lohnt der Vergleich, denn der Zuschuss wird nach Abschluss auf einmal ausgezahlt und deckt zusätzlich die Hälfte der Baubegleitung ab, während der Steuerbonus über drei Jahre verteilt wirkt. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur energetischen Sanierung in der Steuererklärung.
Schritt für Schritt zur geförderten Einblasdämmung
Der Ablauf ist bei allen Einsatzorten gleich. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge, denn der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.
1. Angebote einholen Holen Sie Angebote von Fachbetrieben ein, die Erfahrung mit Einblasdämmung haben. Achten Sie darauf, dass Dämmstoff, Wärmeleitfähigkeit, Dämmstärke und Fläche im Angebot klar benannt sind. Bei der Kerndämmung sollte die Voruntersuchung des Hohlraums enthalten sein.
2. Vertrag mit Bedingung schließen Der Vertrag mit dem Fachbetrieb muss eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthalten, die ihn an die Förderzusage knüpft. Ohne diese Klausel gilt die Unterschrift bereits als Vorhabensbeginn, und der Anspruch auf den Zuschuss entfällt. Eine passende Vorlage finden Sie in unseren kostenlosen Downloads.
3. Formular ausfüllen und Angebote hochladen Bei sofort-foerderung.de geben Sie online die Daten zu Ihrem Gebäude und Ihrem Vorhaben ein und laden die Angebote hoch. Unsere Energieeffizienz-Experten prüfen, ob das Vorhaben grundsätzlich förderfähig ist, und achten dabei insbesondere darauf, ob Dämmstoff und Dämmstärke die technischen Anforderungen erfüllen.
4. Antrag stellen Wir erstellen die Technische Projektbeschreibung und stellen den Förderantrag mit Ihrer Vollmacht beim BAFA. Ihre Antragsunterlagen erstellen wir innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der vollständigen Angaben.
5. Maßnahme umsetzen Nach der Antragstellung dürfen Sie auf eigenes Risiko mit der Umsetzung beginnen, Sie müssen nicht auf die Förderzusage warten. Für die Durchführung stehen 36 Monate zur Verfügung. Wir sind in jedem Schritt dabei und sorgen dafür, dass die Maßnahme förderfähig und fachgerecht umgesetzt wird.
6. Nachweis und Auszahlung Nach Abschluss erstellen wir den Technischen Projektnachweis und reichen den Verwendungsnachweis mit den Rechnungen ein. Nach der Prüfung zahlt das BAFA den Zuschuss aus.
Der Antragsservice kostet 598 Euro. Davon erhalten Sie 299 Euro über die Förderung der Fachplanung und Baubegleitung zurück, effektiv zahlen Sie also 299 Euro, und das erst bei Förderzusage.
Typische Fehler und wie Sie diese vermeiden
Viele Förderanträge scheitern nicht an der Maßnahme, sondern an vermeidbaren formalen und technischen Fehlern. Bei der Einblasdämmung sind es vor allem diese:
Der falsche Dämmstoff bei der Kerndämmung. Ein günstiges Material mit einer Wärmeleitfähigkeit über 0,035 W/(mK) dämmt zwar, ist aber nicht förderfähig. Lassen Sie sich das Produktdatenblatt vor der Beauftragung geben und gleichen Sie den Bemessungswert ab.
Unterschrift ohne Förderklausel. Ein Vertrag ohne aufschiebende oder auflösende Bedingung gilt als Vorhabensbeginn. Ein nachträglicher Antrag ist dann ausgeschlossen.
Zu geringe Dämmstärke am Dach. Bei Zwischensparrendämmung reicht die Sparrenhöhe oft nicht, um den U-Wert von 0,14 zu erreichen. Klären Sie vorher, ob eine Ergänzungsdämmung nötig ist.
Unvollständige Verfüllung. Bleiben Teile des Hohlraums leer, ist die Anforderung der vollständigen Verfüllung nicht erfüllt. Eine dokumentierte Füllmenge und gegebenenfalls eine Thermografie schaffen hier Klarheit.
Fehlende Belege bei Eigenleistung. Ohne Bestätigung der fachgerechten Ausführung werden auch die Materialkosten nicht anerkannt.
Genau an diesen Stellen setzen wir an: Unsere Energieeffizienz-Experten prüfen Angebot, Material und Vertrag, bevor Sie unterschreiben. Was danach auf der Baustelle passiert, liegt in der Verantwortung des Fachbetriebs, wir begleiten die Umsetzung aber bis zum Nachweis.
Einschätzung aus der Praxis
Die Einblasdämmung ist für viele Bestandsgebäude eine der wirtschaftlichsten Möglichkeiten, Wärmeverluste deutlich zu senken. Ihr Erfolg hängt allerdings stärker als bei anderen Maßnahmen von der Vorbereitung ab: Eignet sich der Hohlraum, passt das Material, und wird die geforderte Wärmeleitfähigkeit erreicht? Wer diese Fragen vor der Beauftragung klärt, bekommt eine günstige, wirksame Dämmung und den Zuschuss obendrauf.
Expertenwissen
„Bei der Kerndämmung erlebe ich häufig, dass die Entscheidung über den Zuschuss schon im Angebot fällt, lange bevor jemand an den Antrag denkt. Steht dort ein Dämmstoff mit 0,040 statt 0,035, ist die Maßnahme nicht förderfähig, auch wenn sie handwerklich einwandfrei ausgeführt wird. Mein Rat: Lassen Sie sich das Produktdatenblatt geben, bevor Sie unterschreiben. Diese eine Zahl entscheidet, ob Ihre Dämmung gefördert wird."
Armin Sukalic, B. Eng. - dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte
Fazit
Eine Einblasdämmung nutzt vorhandene Hohlräume in Wand, Dach und Decke und dämmt sie mit geringem Aufwand, ohne die Bausubstanz zu verändern. Sie ist schnell umgesetzt, vergleichsweise günstig und besonders für Häuser mit zweischaligem Mauerwerk oder ungedämmter oberster Geschossdecke eine sehr wirtschaftliche Maßnahme. Ihre Grenzen liegen in der begrenzten Dämmstärke und in der Abhängigkeit von einem geeigneten, trockenen Hohlraum.
Für die Förderung gilt: Die Einblasdämmung kann mit 15 Prozent bezuschusst werden, wenn die technischen Anforderungen erfüllt sind. Bei der Kerndämmung heißt das vollständige Verfüllung mit einem Dämmstoff von höchstens 0,035 W/(mK), am Dach und an der obersten Geschossdecke ein U-Wert von höchstens 0,14. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden, und der Vertrag braucht die passende Bedingung.
Wenn Sie Ihre Einblasdämmung fördern lassen möchten, übernimmt sofort-foerderung.de den kompletten Antrag beim BAFA: von der Prüfung des Angebots über die Antragstellung mit Vollmacht bis zu den Nachweisen für die Auszahlung.
Häufige Fragen zur Einblasdämmung
Wie erkenne ich, ob mein Haus ein zweischaliges Mauerwerk hat?
Ein erster Hinweis ist die Wandstärke: Bei zweischaligem Mauerwerk ist die Außenwand an Fenster oder Haustür meist deutlich dicker als 36 Zentimeter. Auch Lüftungsöffnungen oder offene Stoßfugen in der unteren Klinkerreihe sprechen dafür. Gewissheit bringt eine kleine Bohrung mit Endoskopkamera, die zeigt, ob ein Hohlraum vorhanden ist, wie breit er ist und ob er frei von Mörtelresten ist. Diese Untersuchung kostet wenig und sollte ohnehin vor jeder Kerndämmung erfolgen, weil sie auch klärt, ob die Wand für das Verfahren überhaupt geeignet ist.
Lohnt sich eine Kerndämmung bei nur vier Zentimetern Hohlraum?
In vielen Fällen ja. Gerade weil eine ungedämmte Luftschicht kaum Wärme zurückhält, bringt schon eine schmale Füllung eine spürbare Verbesserung, und die Kosten sind gering. Bei sehr schmalen Hohlräumen kann ein besonders leistungsfähiger Dämmstoff wie Aerogelgranulat sinnvoll sein, der allerdings deutlich teurer ist. Für die Förderung zählt nicht die Dämmstärke, sondern die vollständige Verfüllung mit einem Material von höchstens 0,035 W/(mK). Ob sich eine zusätzliche Außendämmung langfristig mehr lohnt, hängt vom Zustand der Fassade und Ihren weiteren Sanierungsplänen ab.
Kann ich Zellulose für die Kerndämmung verwenden?
In der Regel nicht. Zellulose nimmt Feuchtigkeit auf und ist deshalb für das zweischalige Mauerwerk, das Schlagregen ausgesetzt sein kann, meist nicht zugelassen. Zudem liegt ihre Wärmeleitfähigkeit typischerweise bei rund 0,038 bis 0,040 W/(mK) und damit über dem Wert, der für die Förderung der Kerndämmung verlangt wird. Ihre Stärken spielt Zellulose am Dach, in Holzbalkendecken und im Holzrahmenbau aus, wo sie gute Dämmwerte mit hoher Wärmespeicherung verbindet und die geforderten U-Werte über die Dämmstärke erreicht werden.
Wird die Einblasdämmung auch über die KfW gefördert?
Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle wie die Einblasdämmung ist das BAFA zuständig, nicht die KfW. Die KfW fördert die Heizung sowie umfassende Sanierungen zum Effizienzhaus über einen Kredit mit Tilgungszuschuss. Wird die Einblasdämmung im Rahmen einer solchen Komplettsanierung umgesetzt, kann sie dort Teil des Gesamtvorhabens sein. Für die einzelne Dämmmaßnahme ist der BAFA Zuschuss der übliche Weg, ergänzend kann ein zinsgünstiger Ergänzungskredit den Eigenanteil finanzieren.
Kann ich Fassade und Dach im selben Jahr fördern lassen?
Ja. Die förderfähigen Kosten von 30.000 Euro für die erste Wohneinheit gelten pro Kalenderjahr für die Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle insgesamt. Kerndämmung, Dachdämmung und Dämmung der obersten Geschossdecke können also gemeinsam umgesetzt werden, solange die Summe in diesem Rahmen bleibt. Größere Vorhaben lassen sich auf mehrere Kalenderjahre verteilen, um die Grenze mehrfach zu nutzen. Planen Sie die Reihenfolge am besten vorab, damit die Maßnahmen technisch und förderrechtlich zusammenpassen.
Muss ich nach einer Kerndämmung mehr lüften?
Nach jeder Dämmmaßnahme wird die Gebäudehülle wärmer und oft auch dichter. Das ist gewollt, verändert aber das Raumklima. Die Innenwände werden wärmer, was das Schimmelrisiko an Außenwänden eher senkt. Gleichzeitig kann Feuchtigkeit aus Kochen, Duschen und Wäsche weniger über Undichtigkeiten entweichen. Regelmäßiges Stoßlüften bleibt deshalb wichtig. Werden im selben Zuge auch die Fenster getauscht, kann ein Lüftungskonzept erforderlich sein, das klärt, ob und wie der notwendige Luftaustausch sichergestellt wird.
Was passiert, wenn die Dämmung nach Jahren absackt?
Bei fachgerechter Ausführung mit der richtigen Einblasdichte ist eine nennenswerte Setzung nicht zu erwarten. Wird zu locker eingeblasen, können sich vor allem leichte Dämmstoffe verdichten und oben im Hohlraum Lücken hinterlassen. Bei offenen Dachböden lässt sich das einfach nachfüllen, im Mauerwerk ist es aufwendiger. Achten Sie deshalb auf einen Fachbetrieb, der die Einblasdichte und die eingebrachte Menge dokumentiert. Diese Angaben sind zugleich hilfreich für den Nachweis gegenüber dem BAFA.
Fördermittel einfach und sicher beantragen
Die richtige Förderung zu finden ist oft nur der erste Schritt. Entscheidend ist, dass der Antrag vollständig, korrekt und rechtzeitig gestellt wird, damit Sie die möglichen Zuschüsse auch tatsächlich erhalten.
Genau dabei unterstützen wir Sie.
Über unser Formular können Sie schnell und unkompliziert prüfen lassen, welche Fördermittel für Ihr Vorhaben infrage kommen. Unsere Experten begleiten Sie bei Bedarf durch den gesamten Prozess, von der Förderprüfung bis zur Antragstellung.
Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular und lassen Sie Ihre Fördermöglichkeiten unverbindlich prüfen.
Oder rufen Sie uns direkt an. Wir beraten Sie gerne persönlich zu Ihren Fördermöglichkeiten.
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