Dachsanierung Kosten: Womit Sie pro m² rechnen müssen und wie die Förderung den Preis senkt

Ein undichtes Dach, bröselnde Ziegel oder eine Heizkostenabrechnung, die jedes Jahr höher ausfällt: Irgendwann steht bei fast jedem älteren Haus die Frage im Raum, was eine Dachsanierung kosten wird. Die ehrliche Antwort lautet zunächst, dass es auf die Fläche, den Zustand des Dachstuhls und vor allem darauf ankommt, ob nur neu eingedeckt oder gleichzeitig gedämmt wird. Zwischen einer einfachen Neueindeckung und einer Komplettsanierung liegen schnell mehrere zehntausend Euro.
Damit Sie Angebote einordnen und Ihr Budget realistisch planen können, haben wir die Kosten einer Dachsanierung in diesem Beitrag nach Maßnahmen aufgeschlüsselt: mit Richtwerten pro m², drei durchgerechneten Beispielen für ein Einfamilienhaus und einer Rechnung, was nach Abzug der staatlichen Förderung tatsächlich bei Ihnen hängen bleibt.
Ein Punkt vorweg, weil er bares Geld wert ist: Die Förderung gibt es nur, wenn der Antrag vor Beginn des Vorhabens gestellt wird. Wer sich erst nach der Unterschrift beim Dachdecker mit dem Zuschuss beschäftigt, hat ihn meist schon verloren. Genau deshalb lohnt es sich, Kosten und Förderung von Anfang an zusammen zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis

Kurz erklärt: Dachsanierung Kosten im Überblick
Eine reine Neueindeckung kostet je nach Material grob 80 bis 150 Euro pro m² Dachfläche.
Eine Neueindeckung mit Aufsparrendämmung liegt bei rund 200 bis 300 Euro pro m².
Für ein typisches Einfamilienhaus mit etwa 140 m² Dachfläche reicht die Spanne von rund 15.000 Euro für eine einfache Neueindeckung bis zu 70.000 Euro und mehr für eine Komplettsanierung.
Gerüst, Abriss und Entsorgung kommen als Nebenkosten hinzu und machen oft 10 bis 15 Prozent der Gesamtsumme aus.
Gefördert wird die energetische Sanierung: Das BAFA bezuschusst die Dämmung mit 15 Prozent, mit individuellem Sanierungsfahrplan sind bis zu 10.500 Euro für die erste Wohneinheit möglich.
Der Förderantrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Der Vertrag mit dem Dachdecker braucht dafür eine aufschiebende oder auflösende Bedingung.
Was kostet eine Dachsanierung pro m²?
Der Preis pro m² ist die nützlichste Größe, um ein Dachangebot zu bewerten, weil er die Größe des Hauses herausrechnet. Wichtig ist dabei, dass sich die Angabe auf die Dachfläche bezieht und nicht auf die Wohnfläche. Bei einem Satteldach mit üblicher Neigung ist die Dachfläche deutlich größer als die Grundfläche des Hauses. Als grobe Faustregel können Sie die Grundfläche mit einem Faktor von etwa 1,3 bis 1,5 multiplizieren, um auf die Dachfläche zu kommen. Wer es genau wissen will, findet die Fläche in den Bauunterlagen oder lässt sie vom Dachdecker aufmessen.
Die folgende Übersicht zeigt typische Richtwerte. Sie verstehen sich einschließlich Material und Arbeitslohn, aber ohne Gerüst und Entsorgung, die wir separat aufführen.
Maßnahme | Richtwert pro m² Dachfläche |
Neueindeckung ohne Dämmung (inklusive Lattung und Unterspannbahn) | 80 bis 150 Euro |
Zwischensparrendämmung (von innen) | 50 bis 120 Euro |
Untersparrendämmung als Ergänzung | 30 bis 80 Euro |
Neueindeckung mit Aufsparrendämmung | 200 bis 300 Euro |
Komplettsanierung inklusive Arbeiten am Dachstuhl | 300 bis 450 Euro |
Dämmung der obersten Geschossdecke (Alternative bei unbeheiztem Dachboden) | 20 bis 75 Euro |
Gerüst (bezogen auf die Gerüstfläche) | 10 bis 20 Euro |
Abriss und Entsorgung der alten Eindeckung | ab 20 Euro |
Alle Werte sind Richtwerte und schwanken je nach Region, Auftragslage der Betriebe und Zustand des Daches erheblich. Verbindlich sind nur konkrete Angebote.
Beim Material selbst gibt es große Unterschiede. Betondachsteine gehören zu den günstigsten Eindeckungen, Tondachziegel liegen etwas darüber, Schiefer und Metalleindeckungen aus Kupfer oder Zink können ein Vielfaches kosten. Auf den Gesamtpreis wirkt sich das Material allerdings weniger stark aus, als viele erwarten, denn ein erheblicher Teil der Kosten entfällt auf Arbeitszeit, Unterkonstruktion und Nebenkosten. Wer also beim Ziegel spart, spart meist nur einen kleinen Teil der Gesamtsumme.
Dachsanierung Kosten für ein Einfamilienhaus: drei Beispiele
Pauschale Gesamtpreise sind wenig aussagekräftig, deshalb haben wir drei typische Szenarien für ein Einfamilienhaus mit Satteldach und rund 140 m² Dachfläche durchgerechnet. Die Spannen enthalten jeweils Gerüst, Abriss und Entsorgung.
Szenario | Was gemacht wird | Kosten gesamt (Richtwert) |
Neueindeckung | Alte Ziegel runter, neue Lattung, Unterspannbahn, neue Eindeckung | 15.000 bis 28.000 Euro |
Neueindeckung mit Dämmung | Wie oben, zusätzlich Aufsparrendämmung nach den Anforderungen der Förderung | 35.000 bis 50.000 Euro |
Komplettsanierung | Dämmung, Neueindeckung, Reparaturen am Dachstuhl, neue Dachflächenfenster, neue Dachentwässerung | ab rund 50.000 Euro, häufig 70.000 Euro und mehr |
Das erste Szenario wirkt auf den ersten Blick am attraktivsten. Es hat aber einen entscheidenden Nachteil: Eine reine Neueindeckung verbessert die Energiebilanz Ihres Hauses kaum und ist für sich genommen nicht förderfähig. Steht das Gerüst bereits und ist die alte Eindeckung ohnehin abgetragen, ist der Aufwand für eine Dämmung von außen so gering wie nie wieder in den nächsten Jahrzehnten. Deshalb lohnt es sich fast immer, das zweite Szenario mindestens durchzurechnen, bevor Sie sich für die günstigste Variante entscheiden.
Einzelne Posten kommen je nach Haus hinzu. Ein neues Dachflächenfenster kostet einschließlich Einbau grob 1.000 bis 2.000 Euro, neue Dachrinnen und Fallrohre liegen für ein Einfamilienhaus oft bei 1.000 bis 2.500 Euro. Muss der Schornstein über Dach erneuert oder zurückgebaut werden, kommen weitere Kosten dazu. Welche Anforderungen neue Dachfenster für die Förderung erfüllen müssen, lesen Sie in unserem Beitrag zur Dachfenster Förderung.
Kosten einer Dachsanierung mit Dämmung
Die Dämmung ist der Teil der Dachsanierung, der Ihre Heizkosten dauerhaft senkt, und gleichzeitig der Teil, für den es Geld vom Staat gibt. Welche Dämmart sinnvoll ist, hängt davon ab, ob das Dach ohnehin neu eingedeckt wird und ob das Dachgeschoss bewohnt ist.
Aufsparrendämmung
Bei der Aufsparrendämmung liegt die Dämmschicht als geschlossene Lage über den Sparren, darauf folgt die neue Eindeckung. Das ist technisch die sauberste Lösung, weil Wärmebrücken über die Sparren weitgehend vermieden werden und der Wohnraum darunter unangetastet bleibt. Sie setzt allerdings voraus, dass die alte Eindeckung entfernt wird, weshalb sie fast immer mit einer Neueindeckung kombiniert wird. Mit rund 200 bis 300 Euro pro m² inklusive Eindeckung ist sie die teuerste, aber auch die wirkungsvollste Variante.
Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung
Wird das Dach nicht neu eingedeckt, kann die Dämmung von innen zwischen die Sparren eingebracht werden. Das ist mit 50 bis 120 Euro pro m² deutlich günstiger, hat aber einen Haken: Die Sparrenhöhe begrenzt die mögliche Dämmstärke. Um die Anforderungen der Förderung zu erreichen, reicht die Zwischensparrendämmung bei vielen älteren Dächern allein nicht aus und wird mit einer Untersparrendämmung ergänzt, die zusätzlich 30 bis 80 Euro pro m² kostet und ein paar Zentimeter Raumhöhe nimmt.
Oberste Geschossdecke
Wird der Dachboden nicht bewohnt, muss nicht zwingend das Dach selbst gedämmt werden. Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist mit 20 bis 75 Euro pro m² die günstigste Art, die Wärmeverluste nach oben zu stoppen, und ebenfalls förderfähig. Sie ersetzt allerdings keine Neueindeckung, wenn die Dachhaut selbst kaputt ist.
Welche Werte die Dämmung für die Förderung erreichen muss
Für alle Varianten gilt: Gefördert wird nur, wenn die gedämmte Fläche anschließend einen U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²K) erreicht. Für Gauben liegt die Grenze bei höchstens 0,20 W/(m²K), für Dachflächenfenster bei höchstens 1,0 W/(m²K). Diese Anforderungen sind strenger als der gesetzliche Standard für Dachsanierungen. Ein Dachdeckerangebot, das „nach GEG” gedämmt plant, reicht deshalb oft nicht für die Förderung aus. Mehr zu den Unterschieden der Dämmstoffe finden Sie in unserem Vergleich der Dachdämmungen.
Diese Faktoren treiben die Kosten nach oben
Zwei Dächer gleicher Größe können sehr unterschiedlich viel kosten. Die wichtigsten Preistreiber lassen sich in fünf Gruppen zusammenfassen.
Zustand des Dachstuhls: Erst wenn die alte Eindeckung abgenommen ist, zeigt sich, ob Sparren und Lattung gesund sind. Feuchteschäden, Schädlingsbefall oder durchgebogene Sparren können die Kosten um mehrere tausend Euro erhöhen. Seriöse Angebote enthalten deshalb Positionen für mögliche Zusatzarbeiten, die nach Aufwand abgerechnet werden.
Dachform und Neigung: Ein schlichtes Satteldach ist am günstigsten. Walmdächer, viele Gauben, Kehlen und Anschlüsse an Kamine oder Wände bedeuten mehr Zuschnitt, mehr Blecharbeiten und mehr Arbeitszeit. Steile Dächer erfordern zudem mehr Sicherungsaufwand.
Schadstoffe: Bei Häusern aus den Sechziger bis Achtziger Jahren stecken in der alten Eindeckung nicht selten asbesthaltige Faserzementplatten. Deren Rückbau und Entsorgung ist streng geregelt und deutlich teurer als bei normalen Ziegeln. Was das konkret kostet und wie die Entsorgung mit der Förderung zusammenhängt, erklären wir im Beitrag Asbestdach entsorgen.
Zugänglichkeit: Steht das Haus eng an der Nachbarbebauung, fehlt ein Stellplatz für den Container oder muss ein Kran eingesetzt werden, steigen Gerüst und Logistikkosten spürbar.
Zeitpunkt und Region: In Ballungsräumen und in Phasen voller Auftragsbücher liegen die Preise höher. Wer flexibel ist und rechtzeitig plant, hat bessere Karten bei den Angeboten.
Förderung: So senken Sie die Kosten Ihrer Dachsanierung
Die Dämmung des Daches gehört zu den Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, die das BAFA im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden und wird nach Abschluss der Maßnahme ausgezahlt. Förderbedingungen können sich ändern, eine individuelle Prüfung Ihres Vorhabens ist deshalb immer der erste Schritt.
Baustein | Konditionen |
Grundförderung BAFA | 15 Prozent der förderfähigen Kosten |
Förderfähige Kosten ohne iSFP | bis 30.000 Euro pro Kalenderjahr für die erste Wohneinheit |
Förderfähige Kosten mit iSFP | bis 60.000 Euro pro Kalenderjahr für die erste Wohneinheit |
iSFP Bonus | 5 Prozent zusätzlich auf den Kostenanteil oberhalb von 30.000 Euro, sofern mindestens 30.000 Euro förderfähig sind |
Maximaler Zuschuss erste Wohneinheit | 4.500 Euro ohne iSFP, 10.500 Euro mit iSFP |
Fachplanung und Baubegleitung | 50 Prozent Zuschuss, eigene Obergrenze von 5.000 Euro im Einfamilienhaus |
Voraussetzungen | Gebäude mindestens fünf Jahre alt, Mindestinvestition 300 Euro brutto, U-Wert höchstens 0,14 |
Entscheidend für die Kosten ist die Frage, was zu den förderfähigen Kosten zählt. Neben der Dämmung selbst können auch Arbeiten förderfähig sein, die für die Dämmung notwendig sind, sogenannte Umfeldmaßnahmen. Dazu gehören je nach Einzelfall zum Beispiel das Gerüst, der Abriss der alten Eindeckung oder die neue Eindeckung, wenn sie im Zuge der Aufsparrendämmung erforderlich wird. Eine reine Neueindeckung ohne Dämmung ist dagegen nicht förderfähig. Welche Posten in Ihrem Angebot konkret anerkannt werden, prüfen unsere Energieeffizienz-Experten vor der Antragstellung.
Bei der Dämmung des Daches ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten verbindlich in der Förderrichtlinie vorgeschrieben. Er erstellt die technische Projektbeschreibung für den Antrag und nach Abschluss den technischen Projektnachweis. Bei sofort-foerderung.de ist das im Festpreis enthalten: Der Antragsservice für BAFA Maßnahmen kostet 598 Euro, davon erhalten Sie 299 Euro über die Förderung der Fachplanung und Baubegleitung zurück. Effektiv zahlen Sie also 299 Euro, und zwar erst, wenn Ihre Förderung zugesagt ist.
Für Häuser mit besonders schlechter Energieeffizienz ist in der Förderrichtlinie zusätzlich der WPB Bonus vorgesehen, der Dämmmaßnahmen am Dach um weitere 5 Prozent erhöhen soll. Was es damit auf sich hat und ab wann er gilt, lesen Sie im Beitrag zum Worst Performing Building. Wer mit eigener Muskelkraft sparen möchte, findet die Regeln für selbst erbrachte Arbeiten in unserem Beitrag zur Dachsanierung in Eigenleistung.
Beispielrechnung: Was nach Abzug der Förderung übrig bleibt
Nehmen wir das mittlere Szenario von oben: Ein Einfamilienhaus erhält eine neue Eindeckung mit Aufsparrendämmung. Das Angebot des Dachdeckers liegt bei 42.000 Euro. Davon werden 40.000 Euro als förderfähig anerkannt, die übrigen 2.000 Euro entfallen auf Posten ohne energetischen Bezug.
Position | Ohne iSFP | Mit iSFP |
Gesamtkosten Dachsanierung | 42.000,00 € | 42.000,00 € |
Förderfähige Kosten (anrechenbar) | 30.000,00 € | 40.000,00 € |
Zuschuss auf die ersten 30.000 € (15 Prozent) | 4.500,00 € | 4.500,00 € |
Zuschuss auf den Anteil darüber (20 Prozent) | entfällt | 2.000,00 € |
Zuschuss gesamt | 4.500,00 € | 6.500,00 € |
Verbleibende Kosten Dachsanierung | 37.500,00 € | 35.500,00 € |
Ohne Sanierungsfahrplan wird die Förderung bei 30.000 Euro förderfähigen Kosten gedeckelt, die übrigen 10.000 Euro tragen Sie vollständig selbst. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan steigt die Grenze auf 60.000 Euro, und der Anteil oberhalb von 30.000 Euro wird mit 20 Prozent bezuschusst. Bei einer Komplettsanierung mit 60.000 Euro förderfähigen Kosten wären so die vollen 10.500 Euro möglich. Der Sanierungsfahrplan selbst wird ebenfalls gefördert und lohnt sich vor allem dann, wenn nach dem Dach weitere Maßnahmen wie Fenster oder Fassade geplant sind. Alle Voraussetzungen finden Sie auf unserer Seite zum individuellen Sanierungsfahrplan.
Die Rechnung ist ein vereinfachtes Beispiel. Welche Kosten im Einzelfall förderfähig sind, hängt vom Angebot und der technischen Ausführung ab.
Schritt für Schritt zur geförderten Dachsanierung
Die Förderung folgt einer festen Reihenfolge. Wer sie einhält, verschenkt keinen Zuschuss, und genau dabei begleiten wir Sie vom ersten Angebot bis zur Auszahlung.
1. Angebote einholen: Holen Sie Angebote von Dachdeckerbetrieben ein und achten Sie darauf, dass die Positionen einzeln aufgeführt sind: Gerüst, Abriss, Dämmstoff mit Material und Stärke, Eindeckung, Blecharbeiten. Pauschalangebote lassen sich kaum auf ihre Förderfähigkeit prüfen.
2. Vertrag mit Bedingung schließen: Der Vertrag mit dem Dachdecker muss bei Antragstellung bereits vorliegen und eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthalten, die ihn an die Förderzusage knüpft. Eine passende Vertragsvorlage mit aufschiebender Bedingung, die Fördermittel-Checkliste und die Checkliste für den BAFA Förderantrag finden Sie kostenlos in unserem Downloadbereich.
3. Formular ausfüllen und Angebote hochladen: Über „Antrag starten” beantworten Sie wenige Fragen zu Ihrem Haus und Ihrem Vorhaben und laden die Angebote hoch.
4. Prüfung und Antragstellung: Unsere Energieeffizienz-Experten prüfen die Förderfähigkeit, erstellen die technische Projektbeschreibung und Ihre Antragsunterlagen innerhalb von 24 Stunden. Mit Ihrer Vollmacht reichen wir den Antrag beim BAFA für Sie ein.
5. Umsetzung: Nach der Antragstellung darf der Dachdecker auf Ihr eigenes Risiko beginnen. Wer sichergehen will, wartet die Förderzusage ab. Für die Umsetzung bleiben 36 Monate Zeit. Wir sind in jedem Schritt dabei und sorgen dafür, dass die Maßnahme förderfähig und fachgerecht umgesetzt wird.
6. Nachweis und Auszahlung: Nach Abschluss erstellen wir den technischen Projektnachweis und reichen den Verwendungsnachweis mit den Rechnungen ein. Danach wird der Zuschuss auf Ihr Konto überwiesen.
Typische Fehler und wie Sie diese vermeiden
Viele Förderanträge scheitern nicht an der Maßnahme, sondern an vermeidbaren formalen Fehlern. Bei der Dachsanierung sehen wir immer wieder dieselben Muster.
Der Vertrag ist schon unterschrieben. Ein Vertrag ohne aufschiebende oder auflösende Bedingung gilt als Vorhabensbeginn, und damit ist die Förderung verloren. Unterschreiben Sie erst, wenn die Förderklausel schriftlich im Vertrag steht.
Die Dämmung ist zu dünn geplant. Viele Angebote orientieren sich am gesetzlichen Mindeststandard. Für die Förderung muss das Dach aber einen U-Wert von höchstens 0,14 erreichen. Lassen Sie die Dämmstärke deshalb vor der Unterschrift abstimmen, nachträglich lässt sich das nicht mehr korrigieren.
Es wird nur neu eingedeckt. Wer das Dach öffnet, ohne zu dämmen, zahlt Gerüst und Abriss einmal voll und erhält keinen Zuschuss. Die Dämmung später nachzuholen, kostet ein Vielfaches.
Das Angebot ist pauschal. Ohne Einzelpositionen lässt sich nicht nachvollziehen, welche Kosten förderfähig sind. Im schlimmsten Fall werden Posten nicht anerkannt, die eigentlich förderfähig gewesen wären.
Weitere Arbeiten werden nicht mitgedacht. Neue Dachfenster, eine Photovoltaikanlage oder eine Gaube lassen sich deutlich günstiger umsetzen, solange das Gerüst steht. Wer später ein zweites Mal ein Gerüst stellen lässt, zahlt doppelt.
Genau an diesen Stellen setzen wir an: Wir sehen uns Angebot und Vertrag an, bevor der Antrag gestellt wird, und klären offene Punkte mit Ihnen, solange sie sich noch ändern lassen.
Einschätzung aus der Praxis
„Die meisten Dachangebote, die wir sehen, sind auf den Preis optimiert und nicht auf die Förderung. Da steht eine Dämmung drin, die gerade den gesetzlichen Standard erfüllt, oder ein Pauschalbetrag, bei dem keiner mehr nachvollziehen kann, was das Gerüst und was die Dämmung kostet. Oft fehlen nur wenige Zentimeter Dämmstärke bis zum geforderten U-Wert. Wer das vor der Unterschrift klärt, bekommt für einen überschaubaren Mehrpreis einen Zuschuss von mehreren tausend Euro. Wer es danach bemerkt, kann nichts mehr retten."
Armin Sukalic, B. Eng. - dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte
Aus unserer Sicht ist die Dachsanierung eine der Maßnahmen, bei denen sich die Förderung am deutlichsten auf die Entscheidung auswirken sollte. Die Mehrkosten einer fachgerechten Dämmung gegenüber einer reinen Neueindeckung werden durch den Zuschuss spürbar abgefedert, und die eingesparten Heizkosten kommen über die gesamte Lebensdauer des Daches hinzu. Wer ohnehin neu eindecken muss, sollte die Dämmung deshalb nicht als teures Extra betrachten, sondern als den Teil der Sanierung, der sich langfristig selbst bezahlt.
Fazit: Mit diesen Kosten sollten Sie rechnen
Die Kosten einer Dachsanierung hängen vor allem davon ab, ob nur neu eingedeckt oder gleichzeitig gedämmt wird. Für ein Einfamilienhaus reicht die Spanne von rund 15.000 Euro für eine einfache Neueindeckung über 35.000 bis 50.000 Euro für eine Neueindeckung mit Aufsparrendämmung bis zu 70.000 Euro und mehr für eine Komplettsanierung. Pro m² Dachfläche liegen Sie je nach Umfang zwischen etwa 80 und 450 Euro, zuzüglich Gerüst und Entsorgung.
Die Förderung verändert diese Rechnung deutlich, allerdings nur für die energetische Sanierung und nur, wenn der Antrag rechtzeitig gestellt wird. Mit 15 Prozent Grundförderung und dem iSFP Bonus sind bis zu 10.500 Euro Zuschuss für die erste Wohneinheit möglich. Voraussetzung sind ein Vertrag mit Förderklausel, die richtige Dämmstärke und ein sauber aufgeschlüsseltes Angebot.
Wenn Sie Ihre Dachsanierung planen, lohnt es sich, Angebot und Förderung gemeinsam anzugehen. sofort-foerderung.de prüft die Förderfähigkeit Ihres Vorhabens, erstellt die Antragsunterlagen und begleitet Sie bis zur Auszahlung des Zuschusses.
Häufige Fragen zu den Kosten einer Dachsanierung
Ist eine reine Neueindeckung ohne Dämmung förderfähig?
Nein. Gefördert werden energetische Maßnahmen, und eine neue Eindeckung allein verbessert den Wärmeschutz des Daches nicht. Förderfähig wird die Eindeckung erst, wenn sie im Zusammenhang mit einer Dämmung erforderlich ist, etwa weil bei einer Aufsparrendämmung die alte Eindeckung entfernt und eine neue aufgebracht werden muss. Wer also ohnehin neu eindecken lässt, sollte die Dämmung mindestens durchrechnen. Der Zuschuss kann dann nicht nur die Dämmung, sondern unter Umständen auch einen Teil der übrigen Kosten abdecken, die ohne Dämmung vollständig bei Ihnen geblieben wären.
Werden Gerüst und Entsorgung mitgefördert?
Häufig ja, sofern sie für die geförderte Dämmmaßnahme notwendig sind. Solche Umfeldmaßnahmen zählen zu den förderfähigen Kosten und erhöhen damit den Zuschuss. Voraussetzung ist, dass die Posten im Angebot und in der späteren Rechnung einzeln ausgewiesen sind und sich der Dämmung zuordnen lassen. Dient ein Gerüst gleichzeitig nicht förderfähigen Arbeiten, etwa einer neuen Photovoltaikanlage, wird es unter Umständen nur anteilig anerkannt. Bei asbesthaltigen Altmaterialien gelten für Rückbau und Entsorgung besondere Regeln, die vorab geklärt werden sollten.
Lohnt sich bei der Dachsanierung eher der Steuerbonus?
Das hängt vom Einzelfall ab und sollte durchgerechnet werden. Über den Steuerbonus nach § 35c EStG können selbstnutzende Eigentümer 20 Prozent der Kosten über drei Jahre von der Steuerschuld abziehen, sofern das Gebäude mindestens zehn Jahre alt ist. Bei einer reinen Dachsanierung ohne Sanierungsfahrplan kann das rechnerisch mehr ergeben als der BAFA Zuschuss. Dafür setzt der Steuerbonus eine entsprechende Steuerlast voraus und kommt erst über drei Steuerjahre verteilt an, während der Zuschuss nach Abschluss der Maßnahme ausgezahlt wird. Für dieselbe Maßnahme gilt strikt entweder oder. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag energetische Sanierung steuerlich absetzen.
Muss der Dachdecker mit dem Start warten, bis die Förderung bewilligt ist?
Nein. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, danach darf der Dachdecker auf Ihr eigenes Risiko loslegen. Das Risiko besteht darin, dass Sie die Kosten selbst tragen, falls der Antrag wider Erwarten abgelehnt wird. Gerade bei Dächern, die akut undicht sind, ist das in der Praxis eine wichtige Erleichterung, weil Sie nicht auf den Bescheid warten müssen. Wichtig bleibt die Reihenfolge: zuerst der Vertrag mit Förderklausel, dann der Antrag, dann der Baubeginn.
Was passiert mit den Kosten, wenn im Dach Asbest gefunden wird?
Asbesthaltige Platten dürfen nur von zugelassenen Fachbetrieben ausgebaut und entsorgt werden, was die Kosten für Rückbau und Entsorgung deutlich erhöht. Wird das erst nach Beginn der Arbeiten entdeckt, gerät das Budget schnell durcheinander. Bei Häusern aus den typischen Baujahren lohnt es sich deshalb, die alte Eindeckung schon vor der Angebotsphase einschätzen zu lassen, damit die Entsorgung von Anfang an eingepreist ist. Wie Sie Asbest erkennen, erklären wir im Beitrag Asbest im Dach erkennen.
Wie lässt sich der Eigenanteil finanzieren?
Für den Teil der Kosten, den der Zuschuss nicht abdeckt, bietet die KfW einen Ergänzungskredit an. Er kann bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit betragen und setzt einen Zuwendungsbescheid des BAFA voraus, der nicht älter als zwölf Monate ist. Bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 90.000 Euro gibt es eine Variante mit Zinsverbilligung. Da der Zuschuss erst nach Abschluss ausgezahlt wird, hilft der Kredit auch dabei, die Handwerkerrechnungen zwischenzufinanzieren. Details finden Sie im Beitrag zum KfW Ergänzungskredit.
Kann ich Kosten sparen, wenn ich selbst mit anpacke?
Teilweise. Bei Arbeiten in Eigenleistung sind die Materialkosten förderfähig, Ihre eigene Arbeitszeit dagegen nicht. Damit das Material anerkannt wird, muss ein Fachunternehmen oder ein Energieeffizienz-Experte die fachgerechte Ausführung bestätigen. Beim Dach eignen sich vor allem überschaubare Arbeiten wie die Dämmung der obersten Geschossdecke für Eigenleistung. Eine Aufsparrendämmung mit Neueindeckung gehört dagegen in die Hand eines Dachdeckers, schon wegen der Absturzsicherung und der Gewährleistung für die Dachhaut.
Fördermittel einfach und sicher beantragen
Die richtige Förderung zu finden ist oft nur der erste Schritt. Entscheidend ist, dass der Antrag vollständig, korrekt und rechtzeitig gestellt wird, damit Sie die möglichen Zuschüsse auch tatsächlich erhalten.
Genau dabei unterstützen wir Sie.
Über unser Formular können Sie schnell und unkompliziert prüfen lassen, welche Fördermittel für Ihr Vorhaben infrage kommen. Unsere Experten begleiten Sie bei Bedarf durch den gesamten Prozess, von der Förderprüfung bis zur Antragstellung.
Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular und lassen Sie Ihre Fördermöglichkeiten unverbindlich prüfen.
Oder rufen Sie uns direkt an. Wir beraten Sie gerne persönlich zu Ihren Fördermöglichkeiten.
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