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Fußbodenheizung nachrüsten: Kosten, Systeme und Förderung im Überblick

Autorenbild: sofort-foerderung.de
sofort-foerderung.de
2. Okt.
15 Min. Lesezeit

Warme Füße, keine Heizkörper unter dem Fenster und eine Heizung, die mit niedrigen Temperaturen auskommt: Viele Eigentümer denken darüber nach, eine Fußbodenheizung nachzurüsten. Besonders häufig kommt die Frage auf, wenn ohnehin eine neue Wärmepumpe geplant ist oder eine Renovierung ansteht, bei der die Böden sowieso erneuert werden. Dann liegt der Gedanke nahe, die Gelegenheit zu nutzen und das Wärmeverteilsystem gleich mit zu modernisieren.


Gleichzeitig sind die Unsicherheiten groß. Muss dafür der komplette Estrich raus? Wie viel Aufbauhöhe verträgt ein Altbau? Was kostet das pro Quadratmeter, und gibt es dafür überhaupt einen Zuschuss? Gerade bei der Förderung kursieren viele widersprüchliche Aussagen, weil es zwei unterschiedliche Förderwege gibt, die je nach Situation greifen.


In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Systeme sich zum Nachrüsten einer Fußbodenheizung eignen, mit welchen Kosten Sie rechnen sollten und unter welchen Voraussetzungen die Maßnahme gefördert werden kann. Außerdem zeigen wir, welche Fehler den Zuschuss kosten können und wie Sie diese von Anfang an vermeiden.


Inhaltsverzeichnis


Fußbodenheizung nachrüsten im Altbau: verlegte Heizrohre auf Systemplatten in einem hellen Wohnraum vor der Verlegung des Bodenbelags
Symbolbild, KI-generiert


Fußbodenheizung nachrüsten: kurz erklärt


  • Eine Fußbodenheizung lässt sich auch im Bestand nachrüsten, nicht nur im Neubau. Neben dem klassischen Nasssystem mit neuem Estrich gibt es Fräs, Trocken und Dünnschichtsysteme mit geringer Aufbauhöhe.

  • Die Kosten hängen stark vom System und vom Zustand des Bodens ab. Als grober Richtwert liegen sie meist zwischen 30 und 135 Euro pro Quadratmeter, ohne neuen Bodenbelag.

  • Flächenheizungen arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen und passen deshalb ideal zu einer Wärmepumpe.

  • Gefördert werden kann die Maßnahme auf zwei Wegen: zusammen mit einer neuen Heizung über die KfW Heizungsförderung oder als eigenständige Heizungsoptimierung über das BAFA.

  • In beiden Fällen gilt: Der Förderantrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, und der Vertrag mit dem Fachbetrieb braucht eine aufschiebende oder auflösende Bedingung.



Lohnt es sich, eine Fußbodenheizung nachzurüsten?


Der größte Vorteil einer Fußbodenheizung liegt nicht im Komfort, sondern in der Physik. Weil die Wärme über eine sehr große Fläche abgegeben wird, genügt eine deutlich niedrigere Vorlauftemperatur als bei klassischen Heizkörpern. Während alte Radiatoren oft 60 oder 70 Grad benötigen, kommt eine Flächenheizung meist mit 30 bis 35 Grad aus. Genau das ist der Bereich, in dem eine Wärmepumpe besonders effizient arbeitet. Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur verbessert die Jahresarbeitszahl und senkt damit die laufenden Stromkosten spürbar.


Dazu kommt das Raumklima. Die Strahlungswärme vom Boden wird als angenehm empfunden, sodass viele Bewohner die Raumtemperatur etwas niedriger einstellen, ohne zu frieren. Es wird weniger Staub aufgewirbelt als bei Heizkörpern mit starker Luftzirkulation, und unter den Fenstern entsteht Platz für Möbel oder bodentiefe Verglasungen. In Verbindung mit einer reversiblen Wärmepumpe kann die Fußbodenheizung im Sommer außerdem zur sanften Kühlung genutzt werden.


Ehrlich betrachtet hat das Nachrüsten aber auch Nachteile. Die Fußbodenheizung reagiert träger als ein Heizkörper, schnelles Aufheizen einzelner Räume ist nicht ihre Stärke. Jedes System braucht Aufbauhöhe, und im Altbau kann das an Türen, Treppen oder Übergängen zu Problemen führen. Der Aufwand ist deutlich größer als beim Tausch einzelner Heizkörper, und die Räume sind während der Arbeiten nicht nutzbar. Wirtschaftlich sinnvoll ist das Nachrüsten deshalb vor allem dann, wenn ohnehin eine Wärmepumpe geplant ist, die Böden erneuert werden sollen oder die vorhandenen Heizkörper für niedrige Vorlauftemperaturen deutlich zu klein sind.


Wer bereits eine Wärmepumpe plant, sollte die Frage nach der Wärmeverteilung früh klären. Nicht immer ist eine Fußbodenheizung die einzige Lösung: In vielen Häusern reicht es, einzelne kritische Heizkörper gegen größere Niedertemperaturheizkörper zu tauschen. Welche Variante zu Ihrem Gebäude passt, zeigt eine Heizlastberechnung. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.



Welche Systeme gibt es zum Nachrüsten?


Beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung entscheidet vor allem eine Frage über das passende System: Wie viel Aufbauhöhe steht zur Verfügung, und in welchem Zustand ist der vorhandene Estrich? Daraus ergeben sich vier grundlegende Varianten, die sich in Aufwand, Kosten und Heizverhalten deutlich unterscheiden.


Nasssystem mit neuem Estrich

Das Nasssystem ist die klassische Lösung aus dem Neubau. Die Heizrohre werden auf einer Dämmschicht verlegt und anschließend vollständig in Estrich eingebettet. Im Bestand bedeutet das in der Regel, dass der alte Bodenaufbau zunächst komplett entfernt werden muss. Der Estrich braucht danach mehrere Wochen zum Trocknen, bevor der Bodenbelag verlegt werden kann. Dafür überzeugt das Nasssystem mit einer sehr gleichmäßigen Wärmeverteilung und einer guten Speicherwirkung. Sinnvoll ist es vor allem bei einer Kernsanierung, wenn der Boden ohnehin erneuert wird.


Einfräsen in den bestehenden Estrich

Beim Fräsverfahren werden schmale Kanäle direkt in den vorhandenen Estrich geschnitten, in die anschließend die Heizrohre eingelegt werden. Danach wird die Oberfläche verspachtelt und kann neu belegt werden. Der große Vorteil: Es entsteht praktisch keine zusätzliche Aufbauhöhe, und der Estrich bleibt erhalten. Voraussetzung ist allerdings ein tragfähiger, ausreichend dicker Zementestrich ohne Risse oder Hohlstellen. Bei Gussasphalt, sehr dünnem Estrich oder in der Estrichschicht verlegten Leitungen kommt das Verfahren nicht in Frage. Ein weiterer Punkt: Unter dem Estrich liegt meist keine Dämmung, die den Anforderungen einer modernen Flächenheizung entspricht, sodass ein Teil der Wärme nach unten verloren gehen kann.


Trockensystem

Trockensysteme kommen ohne nassen Estrich aus. Die Heizrohre werden in vorgefertigte Dämm oder Systemplatten mit Wärmeleitblechen eingelegt und mit Trockenestrichplatten abgedeckt. Die Aufbauhöhe liegt je nach Produkt meist zwischen etwa drei und sechs Zentimetern, und die Räume sind ohne lange Trocknungszeit schnell wieder nutzbar. Trockensysteme eignen sich besonders für Holzbalkendecken im Altbau, weil sie wenig Gewicht und keine Feuchtigkeit in die Konstruktion bringen. Da die Rohre nicht in einer massiven Speichermasse liegen, reagiert das System schneller als ein Nasssystem.


Dünnschichtsystem

Dünnschichtsysteme sind die flachste Variante. Sehr dünne Heizrohre werden auf einer Noppen oder Klebeplatte direkt auf dem vorhandenen Boden befestigt und mit einer dünnen Ausgleichsmasse vergossen. Der gesamte Aufbau bleibt oft unter zwei Zentimetern. Das macht diese Systeme interessant für Renovierungen, bei denen Türen, Treppen und Anschlüsse möglichst unverändert bleiben sollen. Voraussetzung ist ein ebener, tragfähiger Untergrund. Weil die dünnen Rohre engmaschig verlegt werden, lassen sich gute Heizleistungen bei niedrigen Vorlauftemperaturen erreichen.


Elektrische Fußbodenheizung als Sonderfall

Elektrische Heizmatten sind schnell verlegt und günstig in der Anschaffung, eignen sich aber praktisch nur als Zusatzheizung für einzelne Räume wie das Bad. Als Hauptheizung sind sie wegen der hohen Stromkosten kaum wirtschaftlich. Für die Förderung spielen sie keine Rolle, denn gefördert werden wassergeführte Flächenheizungen, die an das zentrale Heizsystem angeschlossen sind.



Was kostet es, eine Fußbodenheizung nachzurüsten?


Die Kosten für das Nachrüsten einer Fußbodenheizung schwanken erheblich, weil nicht nur das System selbst, sondern vor allem die Arbeiten drumherum ins Gewicht fallen. Rückbau des alten Bodens, Entsorgung, Anpassung von Türen, ein neuer Heizkreisverteiler und der neue Bodenbelag können die reinen Systemkosten schnell übersteigen. Die folgenden Werte verstehen sich deshalb als grobe Orientierung für das Heizsystem inklusive Verlegung, ohne neuen Bodenbelag.


System

Richtwert pro m²

Beispiel 100 m²

Aufbauhöhe

Geeignet für

Einfräsen in den Estrich

ca. 30 bis 120 €

ca. 3.000 bis 12.000 €

nahezu keine

tragfähigen Zementestrich

Dünnschichtsystem

ca. 35 bis 100 €

ca. 3.500 bis 10.000 €

oft unter 2 cm

Renovierung mit wenig Höhe

Nasssystem mit neuem Estrich

ca. 65 bis 130 €

ca. 6.500 bis 13.000 €

ca. 6 bis 10 cm

Kernsanierung

Trockensystem

ca. 85 bis 135 €

ca. 8.500 bis 13.500 €

ca. 3 bis 6 cm

Holzbalkendecken,schnelle Nutzung

Zu diesen Werten kommen je nach Situation weitere Posten hinzu. Der alte Bodenbelag muss entfernt und entsorgt werden, bei einem Nasssystem zusätzlich der alte Estrich. Pro Etage wird in der Regel ein Heizkreisverteiler benötigt, dazu kommen Einzelraumregelung und Stellantriebe. Und nicht zuletzt ist ein neuer Bodenbelag fällig, der je nach Material einen großen Teil der Gesamtkosten ausmachen kann. Achten Sie dabei darauf, dass der Belag für Fußbodenheizungen geeignet ist, denn dicke Teppiche oder massive Holzdielen bremsen die Wärmeabgabe deutlich.


Aus Förderungssicht ist wichtig zu wissen: Förderfähig sind nicht nur die Heizrohre selbst, sondern auch die Arbeiten, die für den Einbau notwendig sind. Welche Kosten im Einzelfall anerkannt werden, sollte vor der Beauftragung geklärt werden, damit das Angebot des Fachbetriebs von Anfang an sauber aufgeschlüsselt ist. Die realistische Kostenspanne für Ihr Haus ergibt sich letztlich nur aus einem konkreten Angebot. Holen Sie deshalb am besten mehrere Angebote ein und lassen Sie sich die Positionen einzeln ausweisen.




Förderung für die nachgerüstete Fußbodenheizung


Für die nachgerüstete Fußbodenheizung gibt es zwei Förderwege. Welcher davon greift, hängt davon ab, ob Sie gleichzeitig eine neue Heizung einbauen oder die bestehende Heizung behalten. Dieselbe Maßnahme darf dabei nur über einen Weg gefördert werden, eine doppelte Förderung ist ausgeschlossen.


Weg 1: Zusammen mit einer neuen Heizung über die KfW

Wenn Sie Ihre alte Heizung gegen eine Wärmepumpe oder ein anderes förderfähiges Heizsystem tauschen, läuft die Förderung über die KfW Heizungsförderung. Voraussetzung für diese Förderung ist ohnehin, dass der Einbau der neuen Heizung mit einer Optimierung des gesamten Heizungsverteilsystems verbunden wird. Die Fußbodenheizung kann dabei als Teil dieser Umfeldmaßnahmen in die förderfähigen Kosten einfließen.


Der Vorteil dieses Wegs ist der deutlich höhere Fördersatz. Die KfW zahlt eine Grundförderung von 30 Prozent, die sich für selbstnutzende Eigentümer durch den Klimageschwindigkeitsbonus und den Einkommensbonus erhöhen kann. Insgesamt sind bis zu 70 Prozent möglich, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro bis zu 80 Prozent. Zu beachten ist, dass die förderfähigen Kosten für Heizung und Umfeldmaßnahmen gemeinsam begrenzt sind, derzeit auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Diese Grenze sinkt schrittweise. Bei einer teuren Wärmepumpe kann der Spielraum für die Fußbodenheizung deshalb begrenzt sein.


Bei der KfW Heizungsförderung stellen Sie den Antrag selbst im KfW Kundenportal. Grundlage ist die Bestätigung zum Antrag, die ein Energieeffizienz-Experte erstellt. Bei sofort-foerderung.de begleiten wir Sie durch den gesamten Prozess: Unsere Energieeffizienz-Experten prüfen Ihr Vorhaben, erstellen die Bestätigung zum Antrag, führen Sie Schritt für Schritt durch die Antragstellung und erstellen nach der Umsetzung die Bestätigung nach Durchführung. Der Festpreis beträgt 598 Euro,

zahlbar bei Beauftragung.



Weg 2: Als Heizungsoptimierung über das BAFA

Wenn Ihre bestehende Heizung bleibt und Sie nur die Wärmeverteilung modernisieren, kommt die BAFA Förderung für Heizungsoptimierung in Frage. Gefördert wird dort ausdrücklich der erstmalige Einbau von Flächenheizungen mit einer Systemvorlauftemperatur von höchstens 35 Grad. Das ist zum Beispiel interessant, wenn bereits eine Wärmepumpe vorhanden ist, die mit den alten Heizkörpern zu hohe Vorlauftemperaturen fahren muss.


Das BAFA fördert 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Höchstgrenze liegt bei 30.000 Euro pro Kalenderjahr für die erste Wohneinheit, daraus ergeben sich bis zu 4.500 Euro Zuschuss. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan verdoppelt sich die Kostengrenze auf 60.000 Euro, und der Kostenanteil oberhalb von 30.000 Euro wird mit 20 Prozent gefördert, sofern die Maßnahme Bestandteil des Sanierungsfahrplans ist und das förderfähige Investitionsvolumen mindestens 30.000 Euro beträgt.


Für die BAFA Förderung gelten einige Voraussetzungen, die Sie vorab kennen sollten:

  • Die Flächenheizung wird erstmalig eingebaut und ist für eine Systemvorlauftemperatur von höchstens 35 Grad ausgelegt.

  • Die bestehende Heizungsanlage ist älter als zwei Jahre. Wird sie mit fossilen Brennstoffen betrieben, darf sie höchstens 20 Jahre alt sein.

  • Das Gebäude ist mindestens fünf Jahre alt und hat höchstens fünf Wohneinheiten.

  • Die Mindestinvestition beträgt 300 Euro brutto.

  • Ein Energieeffizienz-Experte ist eingebunden, das ist verbindlich in der Förderrichtlinie vorgeschrieben.


Beim BAFA übernehmen wir den Antrag komplett für Sie. Unsere Energieeffizienz-Experten prüfen die Förderfähigkeit, erstellen die technischen Unterlagen und reichen den Antrag mit Ihrer Vollmacht ein. Die Unterlagen erstellen wir innerhalb von 24 Stunden nach Eingang Ihrer vollständigen Angaben. Unser Antragsservice kostet 598 Euro, davon werden 50 Prozent als Fachplanung und Baubegleitung gefördert, sodass Sie effektiv 299 Euro zahlen, und das erst nach der Förderzusage.



Die beiden Förderwege im Vergleich


KfW Heizungsförderung

BAFA Heizungsoptimierung

Wann?

Fußbodenheizung zusammen mit neuer Heizung

Fußbodenheizung allein, bestehende Heizung bleibt

Fördersatz

30 Prozent Grundförderung, mit Boni bis zu 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent

15 Prozent, mit iSFP 20 Prozent auf den Anteil oberhalb der Grenze

Förderfähige Kosten erste Wohneinheit

gemeinsam mit der Heizung derzeit bis 28.000 Euro

bis 30.000 Euro pro Kalenderjahr, mit iSFP bis 60.000 Euro

Antrag

stellen Sie selbst, wir begleiten Sie

übernehmen wir komplett mit Vollmacht

Unser Preis

598 Euro Festpreis

effektiv 299 Euro nach 50 Prozent Zuschuss

Alternative: Steuerbonus

Als Alternative zum Zuschuss kommt der Steuerbonus für energetische Sanierungen nach § 35c EStG in Frage. Sie können 20 Prozent der Kosten über drei Jahre verteilt von der Steuerschuld abziehen, höchstens 40.000 Euro pro Objekt. Voraussetzung ist, dass Sie die Immobilie selbst bewohnen und das Gebäude mindestens zehn Jahre alt ist. Für dieselbe Maßnahme gilt strikt entweder Zuschuss oder Steuerbonus. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur steuerlichen Absetzbarkeit trotz Förderung.


Förderbedingungen können sich ändern. Welcher Weg für Ihr Vorhaben der richtige ist und welche Kosten tatsächlich anerkannt werden, sollte deshalb immer individuell geprüft werden, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.

Experte für Förderanträge  in einem schwarzen Anzug und weißem Hemd vor einem schwarzen Hintergrund, neutraler Gesichtsausdruck.

„Bei Fußbodenheizungen sehe ich oft, dass die Förderung erst zum Thema wird, wenn der Estrich schon gefräst ist. Dann ist es zu spät. Mein Rat: Klären Sie zuerst, ob die Fußbodenheizung mit der neuen Wärmepumpe über die KfW laufen soll oder separat über das BAFA, und unterschreiben Sie erst danach. Diese eine Entscheidung am Anfang macht bei der Förderhöhe oft einen größeren Unterschied als die Wahl des Systems."

Armin Sukalic, B. Eng. - dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte



Schritt für Schritt zur geförderten Fußbodenheizung


1. Bestand prüfen und System wählen Am Anfang steht die Frage, welches System in Ihr Gebäude passt. Entscheidend sind Aufbauhöhe, Zustand und Art des Estrichs, die Tragfähigkeit der Decken und die gewünschte Vorlauftemperatur. Eine Heizlastberechnung zeigt, ob die geplante Flächenheizung den Wärmebedarf der Räume bei niedriger Temperatur decken kann.


2. Förderweg festlegen Planen Sie gleichzeitig eine neue Heizung, läuft die Fußbodenheizung in der Regel über die KfW. Bleibt die bestehende Heizung, kommt die BAFA Heizungsoptimierung in Frage. Legen Sie das fest, bevor Sie Angebote vergleichen, denn davon hängen Fördersatz, Kostengrenze und Ablauf ab.


3. Angebote einholen Holen Sie Angebote von Fachbetrieben ein und lassen Sie sich die Positionen einzeln aufschlüsseln: Rückbau, Heizsystem, Verteiler, Regelung, Estrich oder Ausgleichsmasse und Bodenbelag. Achten Sie darauf, dass die Auslegung auf höchstens 35 Grad Systemvorlauftemperatur im Angebot erkennbar ist.


4. Vertrag mit Bedingung abschließen Bevor der Antrag gestellt wird, muss ein Vertrag mit dem Fachbetrieb vorliegen, der eine aufschiebende oder auflösende Bedingung mit Bezug auf die Förderzusage enthält. Ein Vertrag ohne diese Klausel gilt bereits als Vorhabensbeginn, und der Anspruch auf Förderung entfällt. Eine passende Vertragsvorlage und weitere Checklisten finden Sie kostenlos in unserem Downloadbereich.


5. Formular ausfüllen und Angebote hochladen Bei sofort-foerderung.de füllen Sie unser Onlineformular aus und laden Ihre Angebote hoch. Unsere Energieeffizienz-Experten prüfen die grundsätzliche Förderfähigkeit und erstellen die Antragsunterlagen innerhalb von 24 Stunden.


6. Antrag stellen Bei der BAFA Förderung reichen wir den Antrag mit Ihrer Vollmacht für Sie ein. Bei der KfW Heizungsförderung erhalten Sie von uns die Bestätigung zum Antrag und stellen den Antrag mit unserer Begleitung selbst im KfW Kundenportal.


7. Umsetzung starten Nach der Antragstellung dürfen Sie auf eigenes Risiko mit den Arbeiten beginnen, Sie müssen also nicht auf den Bescheid warten. Für die Umsetzung haben Sie ausreichend Zeit, der Bewilligungszeitraum beim BAFA beträgt 36 Monate.


8. Nachweise einreichen und Zuschuss erhalten Nach Abschluss der Arbeiten erstellen wir die erforderlichen Nachweise und reichen sie zur Auszahlung ein. Der Zuschuss wird anschließend auf Ihr Konto überwiesen.




Typische Fehler und wie Sie diese vermeiden


Viele Förderanträge scheitern nicht an der Maßnahme selbst, sondern an vermeidbaren formalen Fehlern. Bei der nachgerüsteten Fußbodenheizung kommen einige technische Stolperfallen hinzu, die sich später nicht mehr korrigieren lassen.


Vertrag ohne Förderklausel unterschrieben. Der häufigste und teuerste Fehler. Wer den Fachbetrieb beauftragt, ohne dass der Vertrag eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthält, hat das Vorhaben bereits begonnen. Eine nachträgliche Förderung ist dann ausgeschlossen. Lösung: Die Klausel schriftlich in Angebot oder Vertrag aufnehmen, bevor Sie unterschreiben.


Falschen Förderweg gewählt. Wird die Fußbodenheizung beim BAFA beantragt, obwohl im selben Zug eine Wärmepumpe über die KfW eingebaut wird, verschenken Sie unter Umständen einen deutlich höheren Fördersatz. Umgekehrt kann die gemeinsame KfW Kostengrenze bei einer teuren Wärmepumpe so knapp werden, dass für die Fußbodenheizung kaum Spielraum bleibt. Lösung: Beide Wege vor der Beauftragung durchrechnen und dieselbe Maßnahme nie doppelt beantragen.


Vorlauftemperatur nicht nachgewiesen. Die BAFA Förderung setzt eine Auslegung auf höchstens 35 Grad Systemvorlauftemperatur voraus. Ist das im Angebot oder in der Planung nicht erkennbar, wird der Nachweis schwierig. Lösung: Die Auslegungstemperatur ausdrücklich im Angebot festhalten lassen.


Hydraulischen Abgleich vergessen. Eine Fußbodenheizung arbeitet nur dann effizient, wenn alle Heizkreise richtig eingestellt sind. Ohne hydraulischen Abgleich werden manche Räume zu warm, andere bleiben kalt, und die Vorlauftemperatur wird unnötig hochgedreht. Lösung: Den Abgleich von Anfang an mit einplanen. Mehr dazu in unserem Beitrag zum hydraulischen Abgleich.


Ungeeigneten Bodenbelag gewählt. Dicke Teppiche, massive Holzdielen oder bestimmte Vinylbeläge bremsen die Wärmeabgabe so stark, dass die Vorlauftemperatur steigen muss. Das kostet Effizienz und kann im schlimmsten Fall die Auslegung auf niedrige Temperaturen zunichtemachen. Lösung: Nur Beläge mit geringem Wärmedurchlasswiderstand verwenden, die ausdrücklich für Fußbodenheizungen freigegeben sind.


Genau diese Punkte prüfen unsere Energieeffizienz-Experten, bevor der Antrag gestellt wird. Garantieren kann das niemand, denn die fachgerechte Ausführung liegt beim Fachbetrieb. Wir sind aber in jedem Schritt dabei und sorgen dafür, dass die Maßnahme förderfähig und fachgerecht umgesetzt wird.



Einschätzung aus der Praxis


Eine Fußbodenheizung nachzurüsten ist keine Maßnahme, die man aus Komfortgründen allein beschließen sollte. Ihr eigentlicher Wert zeigt sich im Zusammenspiel mit der Wärmeerzeugung. Wer auf eine Wärmepumpe umsteigt oder bereits eine betreibt, gewinnt durch die niedrige Vorlauftemperatur dauerhaft an Effizienz, und das macht sich über viele Jahre bei den Stromkosten bemerkbar. In Häusern, in denen die Böden ohnehin erneuert werden, verschiebt sich die Rechnung zusätzlich zugunsten der Fußbodenheizung, weil ein großer Teil der Kosten sowieso anfällt.


Umgekehrt ist nicht jedes Haus ein guter Kandidat. Bei sehr knapper Aufbauhöhe, empfindlichen Holzbalkendecken oder wenn die vorhandenen Heizkörper nur leicht zu klein sind, ist der Tausch einzelner Heizkörper gegen Niedertemperaturheizkörper oft die wirtschaftlichere Lösung. Auch dieser Tausch kann übrigens über die Heizungsoptimierung gefördert werden. Die richtige Entscheidung ergibt sich aus der Heizlast, dem Zustand des Bodens und den Plänen für die Wärmeerzeugung, nicht aus einer pauschalen Empfehlung.


Bei der Förderung zeigt sich in der Praxis vor allem ein Muster: Die Maßnahme wird technisch gut geplant, aber die Förderfrage erst gestellt, wenn der Vertrag schon unterschrieben ist. Wer die Reihenfolge einhält, also zuerst Förderweg klären, dann Vertrag mit Bedingung, dann Antrag und erst danach loslegen, hat bei der Fußbodenheizung sehr gute Chancen auf einen spürbaren Zuschuss.


Fazit: Fußbodenheizung nachrüsten mit Plan


Eine Fußbodenheizung nachzurüsten ist auch im Altbau gut möglich. Mit Fräs, Trocken und Dünnschichtsystemen gibt es Lösungen, die ohne kompletten Rückbau des Bodens auskommen und nur wenig Aufbauhöhe benötigen. Die Kosten hängen stark vom gewählten System und den Arbeiten drumherum ab, ein konkretes Angebot mit aufgeschlüsselten Positionen ist deshalb unverzichtbar.


Bei der Förderung lohnt sich ein genauer Blick. Wird die Fußbodenheizung zusammen mit einer neuen Heizung eingebaut, kann sie über die KfW Heizungsförderung mit deutlich höheren Sätzen gefördert werden. Bleibt die bestehende Heizung, kommt die BAFA Heizungsoptimierung mit 15 Prozent in Frage, mit Sanierungsfahrplan auch mehr. In beiden Fällen muss der Antrag vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, und der Vertrag mit dem Fachbetrieb braucht eine aufschiebende oder auflösende Bedingung.


Wenn Sie planen, eine Fußbodenheizung nachzurüsten, begleitet Sie sofort-foerderung.de durch den gesamten Förderprozess: von der Prüfung der Förderfähigkeit über die Antragsunterlagen bis zu den Nachweisen für die Auszahlung.




Häufige Fragen zum Nachrüsten einer Fußbodenheizung


Kann ich eine Fußbodenheizung nur in einzelnen Räumen nachrüsten?

Ja, das ist technisch möglich und in der Praxis gar nicht selten, etwa im Bad oder in einem offenen Wohnbereich. Wichtig ist, dass die Heizkreise der Fußbodenheizung und die verbleibenden Heizkörper hydraulisch sauber getrennt werden, denn beide brauchen unterschiedliche Vorlauftemperaturen. Dafür wird meist eine Mischergruppe eingesetzt. Beachten Sie aber: Solange die übrigen Heizkörper hohe Temperaturen benötigen, muss die Heizung weiterhin darauf ausgelegt sein, und der Effizienzgewinn für eine Wärmepumpe fällt geringer aus. Für die BAFA Förderung kommt es darauf an, dass die nachgerüstete Flächenheizung selbst auf höchstens 35 Grad Systemvorlauftemperatur ausgelegt ist.

Förderfähig sind neben der Flächenheizung selbst grundsätzlich auch die Arbeiten, die für den Einbau notwendig sind. Dazu kann der Rückbau des alten Bodenaufbaus ebenso gehören wie das Wiederherstellen der Oberfläche. Wie weit das im Einzelfall reicht, insbesondere beim Bodenbelag, hängt von den Förderbedingungen ab und sollte vor der Beauftragung geklärt werden. Lassen Sie sich die Positionen im Angebot deshalb einzeln ausweisen, damit die förderfähigen Kosten klar abgrenzbar sind. Das erleichtert nicht nur den Antrag, sondern auch den späteren Nachweis.

Ja, eine Fußbodenheizung lässt sich grundsätzlich mit jeder wassergeführten Heizung betreiben, auch mit einer Gasbrennwertheizung. Diese arbeitet bei niedrigen Rücklauftemperaturen sogar etwas effizienter. Für die BAFA Förderung der Heizungsoptimierung gilt allerdings: Eine fossil betriebene Heizung darf höchstens 20 Jahre alt sein. Ist Ihre Gasheizung älter, sollten Sie überlegen, die Fußbodenheizung direkt mit einem Heizungstausch zu verbinden. Dann kann sie über die KfW Heizungsförderung laufen, und die neue Wärmepumpe profitiert vom ersten Tag an von den niedrigen Vorlauftemperaturen.

Das hängt vor allem vom Wärmebedarf der Räume ab. Weil eine Fußbodenheizung mit niedrigen Temperaturen arbeitet und die Oberflächentemperatur des Bodens aus Komfortgründen begrenzt ist, kann ihre Heizleistung pro Quadratmeter nicht beliebig gesteigert werden. In einem ungedämmten Altbau mit hohem Wärmebedarf kann sie deshalb in einzelnen Räumen an ihre Grenzen stoßen. Klarheit schafft eine raumweise Heizlastberechnung. Oft ist es sinnvoll, das Nachrüsten mit einer Dämmmaßnahme an Dach, Fassade oder Fenstern zu verbinden, denn jeder eingesparte Wärmeverlust erleichtert die Arbeit der Flächenheizung und der Wärmepumpe.

Die Dauer hängt stark vom System ab. Ein Fräs oder Dünnschichtsystem ist in einem Einfamilienhaus oft innerhalb weniger Tage pro Etage verlegt, beim Trockensystem ist ebenfalls keine lange Trocknungszeit nötig. Beim Nasssystem muss der neue Estrich dagegen mehrere Wochen trocknen, bevor der Belag verlegt werden kann. Bewohnen lässt sich das Haus während der Arbeiten meist, wenn Etage für Etage vorgegangen wird. Fräsarbeiten sind allerdings laut und staubintensiv. Für die Förderung ist der Zeitplan unkritisch, denn für die Umsetzung bleibt nach der Antragstellung ausreichend Zeit.

Ja, die BAFA Förderung für Heizungsoptimierung bezieht sich auf Flächenheizsysteme allgemein, nicht nur auf den Boden. Wand und Deckenheizungen können deshalb ebenso förderfähig sein, sofern sie erstmalig eingebaut werden und auf höchstens 35 Grad Systemvorlauftemperatur ausgelegt sind. Wandheizungen sind im Altbau oft eine gute Alternative, weil sie keine Aufbauhöhe am Boden benötigen und sich gut mit einer Innendämmung oder einem neuen Putz kombinieren lassen. Einschränkungen gibt es bei der Möblierung, denn vor beheizten Wandflächen sollten keine großen Schränke stehen.

Nein. Sobald der Antrag gestellt ist, dürfen Sie auf eigenes Risiko mit den Arbeiten beginnen. Das Risiko besteht darin, dass der Antrag im Ausnahmefall abgelehnt werden könnte. Entscheidend ist, dass vor der Antragstellung nur ein Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung unterschrieben wurde und noch keine Arbeiten begonnen haben. Wer den Start nach der Antragstellung sauber vorbereitet, verliert also keine Zeit und kann die Umsetzung mit dem Fachbetrieb direkt einplanen.



Fördermittel einfach und sicher beantragen


Die richtige Förderung zu finden ist oft nur der erste Schritt. Entscheidend ist, dass der Antrag vollständig, korrekt und rechtzeitig gestellt wird, damit Sie die möglichen Zuschüsse auch tatsächlich erhalten.


Genau dabei unterstützen wir Sie.


Über unser Formular können Sie schnell und unkompliziert prüfen lassen, welche Fördermittel für Ihr Vorhaben infrage kommen. Unsere Experten begleiten Sie bei Bedarf durch den gesamten Prozess, von der Förderprüfung bis zur Antragstellung.


Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular und lassen Sie Ihre Fördermöglichkeiten unverbindlich prüfen.


Oder rufen Sie uns direkt an. Wir beraten Sie gerne persönlich zu Ihren Fördermöglichkeiten.


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