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Ölheizung ersetzen: Alternativen, Kosten und Förderung im Überblick

Autorenbild: sofort-foerderung.de
sofort-foerderung.de
28. Okt.
16 Min. Lesezeit

Die Ölheizung läuft noch, aber sie ist alt, der Tank nimmt Platz weg und jede Lieferung ist ein kleines Pokerspiel mit dem Ölpreis. Irgendwann stellt sich die Frage, die sich viele Eigentümer jahrelang vom Hals halten: Soll die Ölheizung raus, und wenn ja, was kommt dann rein?


Die Antwort ist heute eine andere als noch vor wenigen Jahren. Die gesetzliche Austauschpflicht für alte Ölkessel gibt es nicht mehr, niemand zwingt Sie zum Umstieg. Gleichzeitig war die Förderung für den Austausch einer funktionierenden Ölheizung selten so hoch wie jetzt, und sie sinkt planmäßig in Stufen. Wer die Ölheizung ersetzen will, trifft also keine Pflichtentscheidung, sondern eine wirtschaftliche, und bei der spielt das Timing eine größere Rolle, als viele denken.


In diesem Beitrag finden Sie alles, was Sie für diese Entscheidung brauchen: wie die Rechtslage tatsächlich aussieht, welche Alternativen zur Ölheizung es gibt und für welches Haus sie passen, worauf es beim Umstieg auf eine Wärmepumpe im Bestand ankommt, was Ausbau, Tankentsorgung und neue Heizung kosten und wie Sie die Förderung so nutzen, dass vom Eigenanteil möglichst wenig übrig bleibt.


Inhaltsverzeichnis


Ölheizung ersetzen: alter Ölkessel und Tank im Heizungskeller neben der neu installierten Inneneinheit einer Wärmepumpe mit Pufferspeicher
Symbolbild, KI-generiert


Kurz erklärt: Ölheizung ersetzen

  • Eine gesetzliche Pflicht, eine funktionierende Ölheizung zu ersetzen, gibt es nicht mehr. Die frühere 30 Jahre Regel ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz ersatzlos entfallen.

  • Die mit Abstand häufigste Alternative ist die Wärmepumpe, daneben kommen Pelletheizung, Hybridheizung und, wo verfügbar, der Fernwärmeanschluss in Frage.

  • Der Umstieg von Öl auf Wärmepumpe kostet in einem Einfamilienhaus inklusive Tankentsorgung und Demontage meist 28.000 bis 45.000 Euro, mit Erdwärme entsprechend mehr.

  • Die Ölheizung ist der Paradefall für den Klimageschwindigkeitsbonus: Wer eine funktionstüchtige Ölheizung austauscht, erhält über die KfW Heizungsförderung 30 Prozent Grundförderung plus derzeit 16 Prozent Bonus, mit Einkommensbonus bis zu 70 oder 80 Prozent, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit.

  • Der Bonus gilt nur für den Austausch einer funktionierenden Anlage und sinkt planmäßig. Wer wartet, bis die Ölheizung ausfällt, verliert ihn komplett.

  • Die alte Kesselleistung sagt nichts über die nötige Größe der neuen Heizung aus. Grundlage jeder Planung ist eine Heizlastberechnung.



Muss ich meine Ölheizung überhaupt ersetzen?


Die kurze Antwort lautet: nein, nicht aus rechtlichen Gründen. Lange Zeit galt für alte Ölheizungen die sogenannte 30 Jahre Regel aus dem Gebäudeenergiegesetz. Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre waren, mussten stillgelegt werden, mit einigen Ausnahmen für selbstnutzende Eigentümer. Dazu kam die Vorgabe, dass neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, und ein Betriebsverbot für fossile Heizungen ab 2045.


Diese drei Regelungen gibt es nicht mehr. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz, das Ende Juli 2026 das bisherige Gebäudeenergiegesetz abgelöst hat, wurden die altersabhängige Austauschpflicht, die 65 Prozent Vorgabe und das Enddatum für fossile Heizungen ersatzlos gestrichen. Eine intakte Ölheizung dürfen Sie so lange weiterbetreiben und reparieren, wie Sie möchten. Sogar der Einbau einer neuen Ölheizung ist wieder zulässig, allerdings mit einer Einschränkung: Für neu eingebaute fossile Heizungen ist ab 2029 ein verbindlicher Anteil erneuerbarer Brennstoffe vorgesehen, der schrittweise steigt.


Was Sie dabei im Hinterkopf behalten sollten: Viele Ratgeberseiten, Flyer und auch manche Beratungsgespräche arbeiten noch mit dem alten Rechtsstand. Wer Ihnen heute sagt, Ihre Ölheizung müsse wegen ihres Alters raus, irrt. Die Entscheidung liegt allein bei Ihnen.

Dass die Pflicht gefallen ist, heißt allerdings nicht, dass die Frage erledigt wäre. Drei Faktoren sprechen weiterhin dafür, eine alte Ölheizung zu ersetzen, und sie sind alle wirtschaftlicher Natur. Erstens der CO2 Preis: Er liegt derzeit zwischen 55 und 65 Euro je Tonne, was beim Heizöl rund 17 bis 21 Cent je Liter ausmacht. Bei einem Verbrauch von 2.500 Litern im Jahr sind das etwa 440 bis 520 Euro, die allein auf den CO2 Preis entfallen, und ab 2028 soll der europäische Emissionshandel den nationalen Preis ablösen, wonach sich der Preis am Markt bildet. Zweitens die Technik: Ein 25 oder 30 Jahre alter Kessel arbeitet mit Wirkungsgraden, die weit hinter aktueller Technik zurückliegen, und Ersatzteile werden knapper. Drittens, und das ist der entscheidende Punkt, die Förderung, die genau jetzt am höchsten ist und in den nächsten Jahren stufenweise sinkt. Dazu gleich mehr.



Ölheizung ersetzen durch was: die Alternativen im Vergleich


Wer die Ölheizung ersetzen will, hat heute mehr Auswahl als je zuvor. Welche Lösung passt, hängt vom Haus, vom Grundstück, von der Verfügbarkeit vor Ort und von Ihren Prioritäten ab. Ein Überblick:

Alternative

Passt gut, wenn

Förderung

Typische Gesamtkosten

Wärmepumpe (Luft oder Erde)

Heizkörper oder Fußbodenheizung mit moderaten Vorlauftemperaturen auskommen, Platz für ein Außengerät vorhanden ist

30 Prozent plus Boni, bis zu 70 oder 80 Prozent

25.000 bis 55.000 Euro

Pelletheizung

Das Haus einen hohen Wärmebedarf hat und Lagerraum vorhanden ist, etwa der alte Tankraum

30 Prozent plus Boni

25.000 bis 40.000 Euro

Hybridheizung

Die Wärmepumpe allein an sehr kalten Tagen nicht ausreicht und ein Spitzenlastkessel sinnvoll ist

Gefördert wird der erneuerbare Anteil

20.000 bis 40.000 Euro

Fernwärmeanschluss

Ein Fernwärmenetz in der Straße liegt oder geplant ist

30 Prozent plus Boni

8.000 bis 25.000 Euro

Neue Ölbrennwertheizung

Gar nicht mehr empfehlenswert, nur als Notlösung

Keine Förderung

10.000 bis 15.000 Euro

Die Wärmepumpe ist in den allermeisten Fällen die erste Wahl, und das nicht nur wegen der Förderung. Sie braucht keinen Brennstoff, keinen Tank, keinen Schornsteinfeger und arbeitet mit Strom, den Sie auf Wunsch zum Teil selbst erzeugen können. Entscheidend ist, ob Ihr Haus mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt. Das ist bei weit mehr Bestandsgebäuden der Fall, als viele vermuten, und lässt sich mit einem einfachen Test prüfen, den wir im nächsten Abschnitt beschreiben. Was die Anschaffung kostet und wie sich die Preise der Bauarten unterscheiden, haben wir im Beitrag Wärmepumpe Kosten ausführlich aufgeschlüsselt.


Die Pelletheizung ist die naheliegende Lösung für Häuser mit hohem Wärmebedarf, die sich nicht ohne Weiteres auf niedrige Vorlauftemperaturen umstellen lassen, etwa größere, wenig gedämmte Altbauten. Sie funktioniert mit dem bestehenden Heizsystem fast wie die alte Ölheizung, braucht aber Lagerraum für die Pellets. Praktisch ist, dass der frei werdende Tankraum sich dafür oft eignet. Details zu Technik und Fördervoraussetzungen finden Sie im Beitrag zur Pelletheizung Förderung.


Die Hybridheizung kombiniert eine Wärmepumpe mit einem Kessel, der nur an sehr kalten Tagen zuschaltet. Für den Umstieg von Öl ist das meist nur dann sinnvoll, wenn der Kessel ohnehin neu kommt und das Haus wirklich eine Spitzenlastreserve braucht. Wichtig für die Förderung: Bezuschusst wird der erneuerbare Teil der Anlage, nicht der fossile Kessel. Wann sich diese Lösung rechnet, lesen Sie im Beitrag Hybridheizung.


Der Fernwärmeanschluss ist die bequemste Lösung, wenn er verfügbar ist: keine eigene Heizungsanlage mehr im Keller, nur noch eine Übergabestation. Ob ein Netz in Ihrer Straße liegt oder in den nächsten Jahren kommt, verrät die kommunale Wärmeplanung Ihrer Stadt. Was der Anschluss kostet und wie er gefördert wird, erklären wir im Beitrag zur Fernwärme Förderung.


Eine neue Ölheizung einzubauen ist rechtlich wieder möglich, wirtschaftlich aber kaum zu begründen. Sie erhält keine Förderung, trägt den steigenden CO2 Preis in voller Höhe und muss künftig mit einem Anteil erneuerbarer Brennstoffe betrieben werden, deren Preis und Verfügbarkeit heute niemand seriös vorhersagen kann.



Ölheizung durch Wärmepumpe ersetzen: worauf es im Bestand ankommt


Weil die Wärmepumpe der Standardfall ist, lohnt ein genauerer Blick auf die drei Fragen, die beim Umstieg von Öl auf Wärmepumpe im Bestandsgebäude immer wieder auftauchen.


Welche Leistung braucht die neue Wärmepumpe?

Auf dem Typenschild der alten Ölheizung stehen 18, 21 oder 25 Kilowatt, und viele Eigentümer suchen deshalb eine Wärmepumpe mit derselben Leistung. Das ist der häufigste Planungsfehler überhaupt. Ölkessel wurden über Jahrzehnte mit großzügigen Sicherheitszuschlägen dimensioniert, und bei einem Kessel war eine Überdimensionierung technisch kaum ein Problem. Eine Wärmepumpe reagiert anders: Ist sie zu groß, schaltet sie ständig ein und aus, arbeitet ineffizient und verschleißt schneller. Zu groß gekauft heißt außerdem teurer gekauft, und zwar mehrere tausend Euro.


Ein typisches Einfamilienhaus mit einem 21 Kilowatt Ölkessel hat in der Praxis oft eine tatsächliche Heizlast von 8 bis 12 Kilowatt. Eine grobe Orientierung gibt Ihr Ölverbrauch: Ein Liter Heizöl entspricht rund zehn Kilowattstunden. Bei 2.500 Litern im Jahr sind das 25.000 Kilowattstunden, geteilt durch etwa 2.000 Vollbenutzungsstunden ergibt das eine Heizlast in der Größenordnung von 12 Kilowatt. Diese Faustformel ersetzt keine Berechnung, zeigt aber, wie weit Kesselleistung und tatsächlicher Bedarf auseinanderliegen können. Die verbindliche Grundlage ist eine raumweise Heizlastberechnung durch den Fachbetrieb oder den Energieeffizienz-Experten. Sie ist ohnehin Teil der förderfähigen Planung und sorgt dafür, dass die Anlage weder zu groß noch zu klein ausfällt.


Kommen die Heizkörper mit der Wärmepumpe zurecht?

Die zweite Frage ist die nach der Vorlauftemperatur. Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Temperatur ist, mit der sie das Heizwasser in die Heizkörper schickt. Ölheizungen laufen häufig mit 65 oder 70 Grad, eine Wärmepumpe sollte idealerweise mit höchstens 55 Grad auskommen. Ob Ihr Haus das schafft, können Sie selbst testen: Stellen Sie an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer Ölheizung auf 55 Grad und drehen Sie die Thermostate voll auf. Werden alle Räume warm, ist das Haus wärmepumpentauglich, ohne dass Sie Heizkörper tauschen müssen. Bleibt ein einzelner Raum kalt, reicht es meist, dort einen größeren Heizkörper einzubauen. Erst wenn viele Räume nicht warm werden, lohnt es sich, über eine Hochtemperaturwärmepumpe oder vorgelagerte Dämmmaßnahmen nachzudenken. Was im Altbau konkret zu beachten ist, haben wir im Beitrag Wärmepumpe im Altbau zusammengefasst.


Was passiert mit Tank und Heizraum?

Die dritte Frage ist die nach dem Öltank, und hier liegt der eigentliche Unterschied zum Austausch einer Gasheizung. Der Tank muss nach dem Umstieg fachgerecht stillgelegt oder entsorgt werden, mit dem Restöl als gefährlichem Abfall und einer Stilllegungsbescheinigung für Ihre Unterlagen. Dafür gewinnen Sie Platz: Der frei werdende Tankraum ist in vielen Häusern der ideale Aufstellort für Pufferspeicher und Inneneinheit, und auch der bisherige Heizraum wird deutlich kleiner genutzt. Die Kosten dafür behandeln wir im nächsten Abschnitt, und sie gehören, das ist wichtig für die Kalkulation, zu den förderfähigen Ausgaben.


Wenn Sie wissen möchten, welcher Zuschuss für Ihren Umstieg möglich ist, können Sie direkt mit Ihrem Vorhaben starten.




Ölheizung ersetzen: Kosten für Ausbau, Tank und neue Heizung


Wer die Ölheizung ersetzen will, zahlt für drei Dinge: den Rückbau der alten Anlage, die Stilllegung oder Entsorgung des Tanks und die neue Heizung. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Spannen für ein Einfamilienhaus.

Position

Kosten

Hinweis

Demontage und Entsorgung des Ölkessels

1.000 bis 2.000 Euro

Inklusive Abtransport, oft im Angebot des Heizungsbauers enthalten

Kellertank stilllegen (reinigen, Tank bleibt)

ab etwa 700 Euro

Günstigste Variante, der Tank nimmt weiter Platz weg

Kellertank entsorgen (reinigen, demontieren, abtransportieren)

1.000 bis 2.500 Euro

Je nach Größe, Bauart und Zugänglichkeit

Erdtank stilllegen und verfüllen

1.800 bis 4.000 Euro

Kompletter Ausbau deutlich teurer

Restöl und Ölschlamm entsorgen

150 bis 500 Euro je angefangene 1.000 Liter

Entfällt weitgehend, wenn der Tank leergefahren ist

Neue Luftwärmepumpe mit Einbau, Speicher und Abgleich

25.000 bis 40.000 Euro

Erdwärme 35.000 bis 55.000 Euro

Neue Pelletheizung mit Lager

25.000 bis 40.000 Euro

Lager oft im alten Tankraum möglich

Elektrik, Fundament, Nebenarbeiten

1.500 bis 4.000 Euro

Zählerschrank, Leitungen, Fundament für das Außengerät

Für den häufigsten Fall, den Wechsel von Öl auf eine Luftwärmepumpe, ergibt sich daraus in der Summe meist eine Spanne von 28.000 bis 45.000 Euro. Das klingt nach viel, und ohne Förderung wäre es das auch. Mit Förderung sieht die Rechnung jedoch völlig anders aus, wie das folgende Beispiel zeigt: Ein Einfamilienhaus, bisher mit einer funktionstüchtigen Ölheizung und einem 5.000 Liter Kellertank, bekommt eine Luftwärmepumpe. Die Gesamtkosten inklusive Tankentsorgung, Demontage und Elektrik liegen bei 30.000 Euro. Davon sind 28.000 Euro förderfähig, das ist die Obergrenze für die erste Wohneinheit. Mit 30 Prozent Grundförderung und 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus zahlt die KfW 46 Prozent davon, also 12.880 Euro. Der Eigenanteil sinkt auf 17.120 Euro. Liegt das zu versteuernde Haushaltseinkommen unter 30.000 Euro, greift zusätzlich der Einkommensbonus bis zur Höchstgrenze von 80 Prozent, der Zuschuss beträgt dann 22.400 Euro und der Eigenanteil nur noch 7.600 Euro.


Zwei Hinweise zur Kalkulation: Die Tankentsorgung ist förderfähig, wenn sie im Zuge des Heizungstauschs erfolgt. Holen Sie sie deshalb ins Hauptangebot, statt sie separat zu beauftragen. Und fahren Sie den Tank vor dem Umstieg möglichst leer, denn jeder Liter Restöl kostet bei der Entsorgung Geld. Wer den Umstieg für das Frühjahr plant, bestellt im Herbst davor also besser nur noch so viel Öl wie nötig.



Förderung beim Austausch der Ölheizung


Der Austausch einer Ölheizung ist der Fall, für den die Heizungsförderung am besten passt. Das liegt an einem Baustein, der genau auf diese Situation zugeschnitten ist. Die Förderung setzt sich wie folgt zusammen:

Baustein

Fördersatz

Voraussetzung

Grundförderung

30 Prozent

Für alle Antragsberechtigten, auch Vermieter und Wohnungseigentümergemeinschaften

Klimageschwindigkeitsbonus

derzeit 16 Prozent, ab 1. Februar 2027 noch 12 Prozent, danach weiter sinkend

Nur Selbstnutzer, Austausch einer funktionstüchtigen Ölheizung

Einkommensbonus

40, 30 oder 10 Prozent

Nur Selbstnutzer, zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro, pro Kind unter 18 werden 10.000 Euro abgezogen

Obergrenze

70 Prozent, bei Einkommen bis 30.000 Euro 80 Prozent

Deckel für alle Bausteine zusammen

Die förderfähigen Kosten sind auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit begrenzt, der Zuschuss beträgt also höchstens 19.600 Euro bei 70 Prozent und 22.400 Euro bei 80 Prozent. Bei Mehrfamilienhäusern kommen für die zweite bis sechste Wohneinheit je 15.000 Euro und ab der siebten je 8.000 Euro hinzu.


Der entscheidende Baustein für Ölheizungsbesitzer ist der Klimageschwindigkeitsbonus. Er wird gezahlt, wenn eine funktionstüchtige Ölheizung gegen ein förderfähiges System getauscht wird, unabhängig vom Alter der Ölheizung. Daraus folgen zwei Dinge, die in der Praxis oft übersehen werden. Erstens: Der Bonus gilt nur für eine funktionierende Anlage. Wer wartet, bis der Kessel ausfällt, und dann unter Zeitdruck tauscht, hat nur noch Anspruch auf Grundförderung und Einkommensbonus, der Klimageschwindigkeitsbonus ist dann verloren. Zweitens: Der Bonus sinkt planmäßig. Zum 1. Februar 2027 fällt er von 16 auf 12 Prozent, danach in weiteren Stufen, bis er ganz ausläuft. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Antragstellung. Beim Rechenbeispiel oben macht der Unterschied zwischen 16 und 12 Prozent allein 1.120 Euro aus. Wie die Stufen genau aussehen und welche Heizungen qualifizieren, lesen Sie im Beitrag zum Klimageschwindigkeitsbonus.


Was Sie noch wissen sollten: Einen iSFP Bonus oder eine Verdoppelung der förderfähigen Kosten durch einen Sanierungsfahrplan gibt es bei der Heizungsförderung nicht, das gilt nur für Maßnahmen an der Gebäudehülle. Wer den Eigenanteil finanzieren möchte, kann den KfW Ergänzungskredit mit bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit nutzen. Und als Alternative zum Zuschuss steht Selbstnutzern der Steuerbonus nach Paragraf 35c EStG offen, mit 20 Prozent der Kosten über drei Jahre verteilt. Da der Zuschuss beim Ölheizungstausch fast immer deutlich höher ausfällt, ist der Steuerbonus nur dann interessant, wenn die Antragstellung versäumt wurde. Für dieselbe Maßnahme gilt strikt entweder Zuschuss oder Steuerbonus.


Alle Details zu Bausteinen, Höchstbeträgen und technischen Voraussetzungen finden Sie auf unserer Seite zur KfW Heizungsförderung. Förderbedingungen können sich ändern, eine individuelle Prüfung Ihres Vorhabens ist deshalb immer der erste Schritt.




Schritt für Schritt: so läuft der Austausch Ihrer Ölheizung ab


Damit aus den Kostenspannen dieses Beitrags am Ende Ihr persönlicher Eigenanteil wird, muss die Förderung in der richtigen Reihenfolge beantragt werden. Bei der KfW Heizungsförderung stellen Sie den Antrag selbst im KfW Kundenportal. Ein Energieeffizienz-Experte ist dabei verbindlich eingebunden und erstellt die erforderlichen Bestätigungen. Bei sofort-foerderung.de kümmern sich unsere Energieeffizienz-Experten um den gesamten Förderprozess und begleiten Sie von der Prüfung bis zur Auszahlung.


1. Heizlast ermitteln und Angebote einholen. Lassen Sie von einem Fachbetrieb eine Heizlastberechnung erstellen und holen Sie zwei bis drei vollständige Angebote ein. Vollständig heißt: inklusive Demontage der Ölheizung, Tankstilllegung oder Tankentsorgung, hydraulischem Abgleich, Speicher, Elektrik und gegebenenfalls Heizkörpertausch. Nur so sind die Angebote vergleichbar, und nur so werden alle Positionen mitgefördert.


2. Vertrag mit Förderklausel abschließen. Der Liefer und Leistungsvertrag mit dem Heizungsbauer muss bei der Antragstellung bereits vorliegen und eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthalten, die ihn an die Förderzusage knüpft. Ohne diese Klausel gilt der Vertragsabschluss als Vorhabensbeginn, und der gesamte Förderanspruch entfällt. Eine Vorlage für die Klausel finden Sie in unseren kostenlosen Downloads.


3. Bestätigung zum Antrag erhalten. Sie füllen unser Online Formular aus und laden Angebot und Vertrag hoch. Unsere Energieeffizienz-Experten prüfen die Förderfähigkeit Ihres Vorhabens und erstellen die Bestätigung zum Antrag, kurz BzA, innerhalb von 24 Stunden nach Eingang Ihrer vollständigen Unterlagen.


4. Antrag im KfW Portal stellen. Mit der BzA registrieren Sie sich im KfW Kundenportal und stellen den Zuschussantrag. Wir begleiten Sie dabei Schritt für Schritt. Wichtig: Die Antragstellung muss erfolgen, solange die Ölheizung noch funktionstüchtig ist und bevor der Ausbau beginnt.


5. Umbauen und Zuschuss erhalten. Nach der Antragstellung dürfen die Arbeiten beginnen, auf eigenes Risiko auch schon vor der Zusage. Der Umbau selbst dauert in der Regel wenige Tage, die Tankentsorgung erfolgt parallel oder kurz danach. Nach der Inbetriebnahme erstellen unsere Energieeffizienz-Experten die Bestätigung nach Durchführung, kurz BnD, Sie reichen sie mit den Rechnungen ein, und der Zuschuss wird auf Ihr Konto überwiesen.


Die Begleitung durch sofort-foerderung.de kostet 598 Euro als fester Preis, unabhängig von der Höhe Ihres Zuschusses. Weitere Kosten entstehen nicht.




Typische Fehler und wie Sie diese vermeiden


Beim Ersatz einer Ölheizung entstehen die teuersten Fehler nicht auf der Baustelle, sondern in den Wochen davor.


Warten, bis die Ölheizung ausfällt. Der häufigste und zugleich teuerste Fehler. Eine Havarie im Januar bedeutet Zeitdruck, eingeschränkte Auswahl, Mietheizung und vor allem den Verlust des Klimageschwindigkeitsbonus, der nur für funktionstüchtige Anlagen gezahlt wird. Wer eine alte Ölheizung hat, plant den Austausch besser im Frühjahr oder Sommer, solange sie noch läuft.


Die Kesselleistung eins zu eins übernehmen. Wer für den 21 Kilowatt Ölkessel eine 21 Kilowatt Wärmepumpe sucht, kauft fast immer zu groß und damit zu teuer, und bekommt obendrein eine Anlage, die ineffizient taktet. Die Heizlastberechnung ist nicht verhandelbar.


Den Vertrag ohne Förderklausel unterschreiben. Dieser Fehler kostet den gesamten Zuschuss von bis zu 22.400 Euro. Der Vertrag braucht zwingend eine aufschiebende oder auflösende Bedingung mit Bezug auf die Förderzusage, und er muss bei der Antragstellung vorliegen. Unsere Energieeffizienz-Experten prüfen den Vertrag, bevor der Antrag gestellt wird.


Die Tankentsorgung separat beauftragen. Wird der Tank außerhalb des geförderten Vorhabens entsorgt, zahlen Sie die Kosten komplett selbst. Als Teil des Heizungstauschs sind sie förderfähig. Holen Sie die Position ins Hauptangebot.


Den Tank voll fahren lassen. Restöl ist gefährlicher Abfall, dessen Entsorgung nach Litern abgerechnet wird. Wer den Umstieg plant, bestellt rechtzeitig weniger und fährt den Tank weitgehend leer.


Die Boni verschenken. Maßgeblich für den Einkommensbonus ist das zu versteuernde Haushaltseinkommen laut Steuerbescheid, nicht das Bruttoeinkommen, und pro Kind unter 18 werden pauschal 10.000 Euro abgezogen. Viele Familien liegen damit unter einer der Grenzen, ohne es zu wissen.



Einschätzung aus der Praxis


Experte für Förderanträge  in einem schwarzen Anzug und weißem Hemd vor einem schwarzen Hintergrund, neutraler Gesichtsausdruck.

„Seit die Austauschpflicht gefallen ist, höre ich von Ölheizungsbesitzern oft den Satz: Dann kann ich mir ja Zeit lassen. Rechtlich stimmt das. Wirtschaftlich ist es meistens falsch. Die Förderung für genau diesen Fall, den Austausch einer funktionierenden Ölheizung, ist jetzt am höchsten und sinkt ab Februar in der nächsten Stufe. Und wer wartet, bis der Kessel im Winter ausfällt, verliert den Bonus komplett und tauscht unter Zeitdruck. Mein Rat: nicht nach dem Gesetz entscheiden, sondern nach dem Zuschuss, und den Antrag stellen, solange die alte Heizung noch läuft."

Armin Sukalic, B. Eng. - dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte



Fazit: Ölheizung ersetzen lohnt sich jetzt


Niemand muss seine Ölheizung mehr ersetzen, die gesetzliche Austauschpflicht ist Geschichte. Genau deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Zahlen: Ein alter Ölkessel kostet durch CO2 Preis und schlechten Wirkungsgrad Jahr für Jahr mehr, während die Förderung für seinen Austausch gerade jetzt am höchsten ist und planmäßig sinkt. Für ein Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten des Umstiegs auf eine Luftwärmepumpe inklusive Tankentsorgung meist zwischen 28.000 und 45.000 Euro, nach Abzug von Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus bleibt davon etwas mehr als die Hälfte, mit Einkommensbonus deutlich weniger.


Die Wärmepumpe ist dabei in den meisten Häusern die beste Wahl, Pelletheizung, Hybridheizung und Fernwärme sind die Alternativen für Sonderfälle. Wer die Ölheizung ersetzen will, braucht vor allem drei Dinge: eine Heizlastberechnung statt der alten Kesselleistung, ein vollständiges Angebot inklusive Tankentsorgung und einen Förderantrag, der gestellt wird, solange die Ölheizung noch funktioniert.


Bei sofort-foerderung.de prüfen unsere Energieeffizienz-Experten die Förderfähigkeit Ihres Vorhabens, erstellen die Bestätigung zum Antrag und begleiten Sie durch den gesamten Prozess im KfW Portal bis zur Auszahlung.




Häufige Fragen zum Ersatz der Ölheizung


Bekomme ich den Klimageschwindigkeitsbonus auch, wenn meine Ölheizung bereits kaputt ist?

Nein. Der Bonus setzt voraus, dass eine funktionstüchtige Ölheizung ausgetauscht wird. Ist der Kessel bereits irreparabel ausgefallen, bleiben Ihnen die Grundförderung von 30 Prozent und, bei entsprechendem Einkommen, der Einkommensbonus. Entscheidend ist der Zustand der Anlage zum Zeitpunkt der Antragstellung, nicht beim späteren Ausbau. Deshalb lohnt es sich, bei einer Ölheizung, die zwar noch läuft, aber Alterserscheinungen zeigt, den Antrag nicht aufzuschieben. Fällt die Anlage nach der Antragstellung aus, bleibt der Bonus erhalten.

Die beste Lösung ist, den Tank vor dem Umstieg möglichst leer zu fahren. Bleibt dennoch eine größere Menge übrig, nehmen manche Heizölhändler sauberes Restöl gegen eine Gutschrift zurück, allerdings nur, wenn es abgepumpt werden kann und nicht mit Schlamm vermischt ist. Alles andere, also Bodensatz, Ölschlamm und verunreinigtes Öl, gilt als gefährlicher Abfall und wird vom Fachbetrieb bei der Tankreinigung entsorgt, abgerechnet nach Menge. Auf keinen Fall sollten Sie Restöl selbst abpumpen oder anderweitig verwerten.

In vielen Bundesländern ja: Die Stilllegung einer Heizölanlage ist der unteren Wasserbehörde anzuzeigen, teilweise mit mehreren Wochen Vorlauf. Ab einem Fassungsvermögen von 1.000 Litern dürfen Reinigung und Stilllegung ohnehin nur von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden, die Ihnen eine Stilllegungsbescheinigung ausstellen. Bewahren Sie dieses Dokument dauerhaft auf, es wird spätestens beim Verkauf des Hauses verlangt. Welche Regeln an Ihrem Wohnort gelten, weiß der Tankschutzbetrieb oder die Gemeinde.

Häufiger als gedacht, ja. Entscheidend ist nicht der Dämmstandard an sich, sondern ob die Heizkörper das Haus mit einer Vorlauftemperatur von etwa 55 Grad warm bekommen. Das können Sie an einem kalten Wintertag mit Ihrer Ölheizung testen. Funktioniert es, brauchen Sie keine Dämmung vor dem Heizungstausch. Reicht es nicht, kommen eine Hochtemperaturwärmepumpe, der Tausch einzelner Heizkörper oder eine Pelletheizung in Frage. Wer ohnehin eine Dämmung plant, sollte sie allerdings vor der Heizung umsetzen, weil die neue Anlage dann kleiner und günstiger ausfällt.

Der Umbau selbst dauert bei einer Luftwärmepumpe meist zwei bis fünf Tage, in denen Heizung und Warmwasser ausfallen. Im Sommerhalbjahr fällt das kaum ins Gewicht, im Winter ist es unangenehm und der Fachbetrieb schwerer zu bekommen. Planen Sie deshalb rückwärts: Umbau im Frühjahr oder Sommer, Angebote und Antragstellung im Winter davor, letzte Ölbestellung entsprechend knapp bemessen. Da die Antragstellung an der Förderstufe hängt, kann es sich lohnen, den Antrag noch vor der nächsten Absenkung des Klimageschwindigkeitsbonus zu stellen und den Umbau erst Monate später durchzuführen. Für die Umsetzung bleiben nach der Zusage 36 Monate Zeit.

Rechtlich spricht nichts dagegen, wirtschaftlich fast alles. Eine neue Ölbrennwertheizung kostet zwar in der Anschaffung nur 10.000 bis 15.000 Euro, erhält aber keinerlei Förderung. Eine Wärmepumpe kostet nach Abzug des Zuschusses in vielen Fällen ähnlich viel oder weniger. Dazu kommt der CO2 Preis, der sich ab 2028 am europäischen Markt bildet und tendenziell steigt, und die Vorgabe, neu eingebaute fossile Heizungen ab 2029 mit einem wachsenden Anteil erneuerbarer Brennstoffe zu betreiben, deren Preis heute niemand kennt. Eine neue Ölheizung ist damit vor allem eine Wette auf günstiges Öl, bei der der Staat nicht mitspielt.

Ja, die Grundförderung von 30 Prozent steht auch Vermietern offen, ebenso Wohnungseigentümergemeinschaften für Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum. Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus sind dagegen Selbstnutzern vorbehalten. Bei Mehrfamilienhäusern erhöht sich die Grenze der förderfähigen Kosten mit der Anzahl der Wohneinheiten. Was Vermieter bei der Förderung sonst beachten sollten, lesen Sie im Beitrag Förderung für Vermieter.

Der Kellertankraum ist nach fachgerechter Stilllegung oder Entsorgung ein normaler Kellerraum und eignet sich gut als Aufstellort für Pufferspeicher und Inneneinheit der Wärmepumpe oder als Pelletlager. Bei Erdtanks wird gelegentlich die Umnutzung als Zisterne diskutiert. Technisch ist das nach gründlicher Reinigung und Prüfung möglich, in der Praxis aber selten wirtschaftlich, weil die Reinigung aufwendig ist und viele Betriebe die Gewähr dafür nicht übernehmen. Die Verfüllung ist meist die günstigere und unkompliziertere Lösung.



Fördermittel einfach und sicher beantragen


Die richtige Förderung zu finden ist oft nur der erste Schritt. Entscheidend ist, dass der Antrag vollständig, korrekt und rechtzeitig gestellt wird, damit Sie die möglichen Zuschüsse auch tatsächlich erhalten.


Genau dabei unterstützen wir Sie.


Über unser Formular können Sie schnell und unkompliziert prüfen lassen, welche Fördermittel für Ihr Vorhaben infrage kommen. Unsere Experten begleiten Sie bei Bedarf durch den gesamten Prozess, von der Förderprüfung bis zur Antragstellung.


Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular und lassen Sie Ihre Fördermöglichkeiten unverbindlich prüfen.


Oder rufen Sie uns direkt an. Wir beraten Sie gerne persönlich zu Ihren Fördermöglichkeiten.


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