Nachtspeicherheizung ersetzen: Alternativen, Kosten und Förderung

Nachtspeicherheizungen galten einmal als bequeme und moderne Lösung: kein Öltank, kein Schornstein, keine Wartung. Heute empfinden viele Eigentümer sie vor allem als Kostenfalle. Die Stromrechnung steigt, die Räume sind morgens überheizt und abends kühl, und bei älteren Geräten steht zusätzlich die Frage im Raum, ob im Inneren Asbest steckt.
Wer seine Nachtspeicherheizung ersetzen möchte, steht schnell vor einer ganzen Reihe von Fragen: Gibt es eine Pflicht zum Austausch? Welche Alternative passt zu einem Haus, das nie ein wassergeführtes Heizsystem hatte? Was kostet der Umstieg, und welche Förderung gibt es dafür?
Genau diese Fragen beantworten wir in diesem Beitrag. Sie erfahren, welche Heizsysteme als Ersatz in Frage kommen, worauf Sie beim Ausbau der alten Geräte achten müssen und wie Sie die staatliche Förderung so nutzen, dass ein erheblicher Teil der Kosten übernommen wird.
Inhaltsverzeichnis

Kurz erklärt: Nachtspeicherheizung ersetzen
Eine gesetzliche Pflicht, die Nachtspeicherheizung auszutauschen, gibt es nicht. Wirtschaftlich lohnt sich der Wechsel aber in vielen Fällen deutlich.
Die effizienteste Alternative ist in den meisten Häusern eine Wärmepumpe. Sie erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Wärme.
Häuser mit Nachtspeicherheizung haben meist keine Heizkörper und kein Rohrnetz. Diese Wärmeverteilung muss für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nachgerüstet werden und ist ein wesentlicher Kostenfaktor.
Die KfW fördert den Heizungstausch mit 30 Prozent Grundförderung. Weil Nachtspeicherheizungen ausdrücklich zu den begünstigten Altanlagen gehören, kommt für Selbstnutzer der Klimageschwindigkeitsbonus hinzu, unabhängig vom Alter der Geräte.
Gefördert werden nicht nur die neue Heizung, sondern auch die notwendigen Umfeldmaßnahmen, etwa neue Heizkörper, Rohrleitungen sowie der Ausbau und die Entsorgung der alten Geräte.
Ältere Nachtspeicheröfen können Asbest enthalten. Ausbau und Entsorgung gehören dann in die Hände eines zertifizierten Fachbetriebs.
Der Förderantrag muss gestellt werden, bevor Sie mit der Maßnahme beginnen. Der Vertrag mit dem Fachbetrieb braucht dafür eine aufschiebende oder auflösende Bedingung.
Gibt es eine Pflicht, die Nachtspeicherheizung auszutauschen?
Die kurze Antwort lautet: nein. Viele Eigentümer haben noch im Kopf, dass Nachtspeicherheizungen verboten werden sollten, und tatsächlich gab es eine solche Regelung. Sie sah vor, dass ältere Nachtspeicherheizungen in größeren, schlecht gedämmten Wohngebäuden schrittweise außer Betrieb genommen werden müssen. Diese Austauschpflicht wurde allerdings bereits vor über zehn Jahren wieder gestrichen, bevor sie überhaupt greifen konnte.
Auch das heutige Gebäuderecht enthält kein Verbot für bestehende Nachtspeicherheizungen. Das Gebäudemodernisierungsgesetz, das das bisherige Gebäudeenergiegesetz abgelöst hat, hat außerdem die frühere Pflicht gestrichen, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben. Sie dürfen Ihre funktionierende Nachtspeicherheizung also weiter nutzen, so lange Sie möchten.
Ein Verbot ist allerdings nicht der einzige Grund, über einen Austausch nachzudenken. Wer ein Haus mit Nachtspeicherheizung verkaufen oder vermieten möchte, merkt schnell, dass die Heizung im Energieausweis und bei Kaufinteressenten eine große Rolle spielt. Und die Förderung für den Umstieg ist derzeit so attraktiv ausgestaltet, dass sich das Warten finanziell nachteilig auswirken kann, denn der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt planmäßig in halbjährlichen Schritten.
Warum sich der Austausch trotzdem lohnt
Der wichtigste Grund ist der Stromverbrauch. Eine Nachtspeicherheizung wandelt eine Kilowattstunde Strom in ungefähr eine Kilowattstunde Wärme um. Mehr ist physikalisch nicht möglich, denn sie arbeitet im Prinzip wie ein großer Tauchsieder mit Speichersteinen. Eine Wärmepumpe dagegen nutzt die Umgebungswärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und erzeugt aus derselben Kilowattstunde Strom je nach Haus und System etwa drei Kilowattstunden Wärme oder mehr. Vereinfacht gesagt braucht das gleiche Haus mit einer gut geplanten Wärmepumpe nur noch rund ein Drittel des bisherigen Heizstroms.
Hinzu kommt der Komfort. Nachtspeicheröfen laden sich nachts auf und geben die Wärme tagsüber ab, ob Sie gerade zu Hause sind oder nicht. Wird es abends unerwartet kalt, ist der Speicher häufig schon leer. Auch das richtige Einstellen der Aufladung bleibt eine Wissenschaft für sich. Ein modernes Heizsystem regelt dagegen bedarfsgerecht Raum für Raum.
Ein dritter Punkt betrifft die Bausubstanz und die Gesundheit. Viele Nachtspeicheröfen sind seit Jahrzehnten im Betrieb. Ersatzteile werden rar, und bei Geräten aus den Siebziger und frühen Achtzigerjahren ist nicht ausgeschlossen, dass im Inneren Asbest verbaut wurde. Was das für den Ausbau bedeutet, erklären wir weiter unten.
Und schließlich der Wert der Immobilie: Die Heizung entscheidet maßgeblich über die Energieklasse Ihres Hauses. Ein Haus, das bereits mit einer Wärmepumpe beheizt wird, lässt sich in der Regel leichter verkaufen oder vermieten als eines, bei dem der Käufer den Heizungstausch noch vor sich hat.
Welche Alternativen zur Nachtspeicherheizung es gibt
Die Besonderheit eines Hauses mit Nachtspeicherheizung liegt darin, dass es meist kein wassergeführtes Heizsystem besitzt. Es gibt keine Heizkörper, kein Rohrnetz und keinen Heizungsraum, oft auch keinen Schornstein. Diese Ausgangslage entscheidet darüber, welche Alternative technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Luft-Wasser-Wärmepumpe mit neuer Wärmeverteilung
Für die meisten Ein und Zweifamilienhäuser ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die naheliegende Lösung. Das Außengerät entzieht der Umgebungsluft Wärme, die Inneneinheit gibt sie an das Heizwasser ab. Dafür braucht das Haus allerdings ein Rohrnetz und Heizflächen. In der Praxis bedeutet das: Es werden Heizungsrohre verlegt und möglichst große Heizkörper oder Flächenheizungen eingebaut, damit die Wärmepumpe mit niedrigen Vorlauftemperaturen effizient arbeiten kann.
Das ist der größte Eingriff unter allen Alternativen, aber auch der mit dem höchsten Nutzen. Die Wärmepumpe übernimmt auf Wunsch auch die Warmwasserbereitung, und die Kosten für die neue Wärmeverteilung sind als Umfeldmaßnahme förderfähig. Wie gut eine Wärmepumpe in Ihrem Gebäude funktioniert, hängt vor allem vom Dämmstandard und den Heizflächen ab. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.
Luft-Luft-Wärmepumpe ohne Rohrnetz
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe erwärmt die Raumluft direkt über Innengeräte, die an der Wand oder unter der Decke montiert werden. Ein Rohrnetz für Heizwasser ist nicht nötig, verlegt werden nur Kältemittelleitungen zwischen Außen und Innengeräten. Das macht diese Variante gerade für kleinere Häuser, einzelne Wohnungen und gut gedämmte Gebäude interessant. Als Nebeneffekt können die Geräte im Sommer kühlen, weshalb häufig auch von einer Klimaanlage die Rede ist.
Zwei Punkte sollten Sie dabei bedenken. Erstens erzeugt eine Luft-Luft-Wärmepumpe kein Warmwasser, dafür braucht es eine eigene Lösung, etwa einen Warmwasserspeicher mit Wärmepumpe oder den Weiterbetrieb elektrischer Durchlauferhitzer. Zweitens ist die Förderfähigkeit an Bedingungen geknüpft: Das Gerät muss die technischen Mindestanforderungen erfüllen, und die Anlage muss die bisherige Heizung vollständig ersetzen. Ob das in Ihrem Fall gegeben ist, sollte vor der Beauftragung geprüft werden.
Infrarotheizung
Infrarotheizungen werden oft als einfacher Ersatz für Nachtspeicheröfen angeboten, weil sie sich ohne großen Aufwand an der vorhandenen Elektroinstallation betreiben lassen. Die Anschaffung ist vergleichsweise günstig, doch beim Verbrauch ändert sich wenig: Auch eine Infrarotheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom nur eine Kilowattstunde Wärme. Die Heizkosten bleiben damit auf dem Niveau der Nachtspeicherheizung, sie fallen nur zu anderen Tageszeiten an. Eine Förderung über die KfW gibt es für Infrarotheizungen nicht. Sinnvoll sind sie allenfalls als Ergänzung für selten genutzte Räume oder in sehr gut gedämmten Gebäuden mit eigener Photovoltaikanlage.
Gasheizung
Seit das Gebäudemodernisierungsgesetz die 65 Prozent Regel gestrichen hat, ist der Einbau einer neuen Gasheizung rechtlich wieder ohne diese Vorgabe möglich. Für ein Haus mit Nachtspeicherheizung ist sie trotzdem selten die beste Wahl. Neben dem Rohrnetz braucht es einen Gasanschluss und eine Abgasanlage, und für neu eingebaute Öl und Gasheizungen sieht das Gesetz ab Ende des Jahrzehnts steigende Pflichtanteile an Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff vor. Gefördert wird eine Gasheizung über die KfW nicht.
Neue Nachtspeicherheizung
Hersteller bieten nach wie vor moderne Nachtspeichergeräte an, die mit elektronischer Aufladesteuerung arbeiten und etwas sparsamer regeln als ihre Vorgänger. Am Grundprinzip ändert das nichts: Eine Kilowattstunde Strom wird zu einer Kilowattstunde Wärme. Auch eine neue Nachtspeicherheizung wird nicht gefördert. Wer seine Heizung ohnehin ersetzen muss, sollte diese Option deshalb nur in Betracht ziehen, wenn eine Wärmepumpe technisch ausscheidet.
Was der Umstieg von der Nachtspeicherheizung kostet
Die Kosten hängen stark davon ab, welche Alternative Sie wählen und wie viel Infrastruktur nachgerüstet werden muss. Die folgende Übersicht zeigt typische Richtwerte für ein Einfamilienhaus. Ihr konkretes Angebot kann je nach Gebäude, Region und Ausführung deutlich davon abweichen.
Lösung | Investition (Richtwert) | Über die KfW förderfähig? | Heizstromverbrauch im Vergleich zur Nachtspeicherheizung |
Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Installation | rund 25.000 bis 40.000 Euro | ja | etwa ein Drittel |
Neues Rohrnetz und Heizkörper (zusätzlich zur Wärmepumpe) | rund 8.000 bis 15.000 Euro | ja, als Umfeldmaßnahme | im Wert der Wärmepumpe enthalten |
Luft-Luft-Wärmepumpe mit mehreren Innengeräten | rund 8.000 bis 18.000 Euro | unter Voraussetzungen | deutlich geringer |
Infrarotheizung | rund 3.500 bis 8.000 Euro | nein | etwa gleich |
Ausbau und Entsorgung der Nachtspeicheröfen | rund 100 bis 200 Euro je Gerät, bei Asbestverdacht ab etwa 300 Euro je Gerät | ja, als Teil der Maßnahme | nicht relevant |
Auf den ersten Blick wirkt die Infrarotheizung am günstigsten. Über die Lebensdauer betrachtet kehrt sich das Bild aber meist um, weil die Wärmepumpe jedes Jahr nur einen Bruchteil des Stroms benötigt und zusätzlich ein großer Teil der Investition gefördert wird. Bei der Wärmepumpe lohnt es sich außerdem, die Kosten für die Wärmeverteilung von Anfang an mitzudenken. Sie gehören zur selben Maßnahme und sollten deshalb im selben Förderantrag stehen. Weitere Kostenbeispiele finden Sie in unserem Beitrag zu den Kosten einer Wärmepumpe.
Asbest in alten Nachtspeicheröfen: Ausbau und Entsorgung
Bevor die alten Geräte abgeklemmt werden, sollte geklärt sein, ob sie Schadstoffe enthalten. Bei Nachtspeicheröfen aus den Siebziger und frühen Achtzigerjahren wurde teilweise Asbest als Dämm und Isoliermaterial verbaut. In Reglern älterer Geräte kann außerdem PCB enthalten sein, und in den Speichersteinen kann sich im Laufe des Betriebs Chrom VI bilden. Solange das Gerät geschlossen ist und ruhig steht, geht davon in der Regel keine akute Gefahr aus. Kritisch wird es beim Ausbau, beim Transport und bei Reparaturen, wenn Fasern freigesetzt werden können.
Ob Ihr Gerät betroffen ist, lässt sich meist über das Typenschild klären. Hersteller, Modell, Gerätetyp und Seriennummer genügen, um das Gerät mit den Asbestlisten abzugleichen, die Hersteller, Energieversorger und Entsorgungsbetriebe bereitstellen. Steht ein Gerät auf einer solchen Liste oder lässt sich die Herkunft nicht eindeutig klären, darf es nur von einem Fachbetrieb mit Sachkunde nach TRGS 519 ausgebaut werden. Der Fachbetrieb verpackt die Geräte staubdicht und führt sie der Entsorgung als gefährlicher Abfall zu.
Eine kostenlose Entsorgung über den Wertstoffhof ist bei asbesthaltigen Geräten nicht vorgesehen. Unbelastete Geräte nehmen manche Kommunen nach vorheriger Anmeldung an, die Bedingungen unterscheiden sich aber von Ort zu Ort. Wichtig für Ihre Planung: Der fachgerechte Ausbau und die Entsorgung der alten Heizung gehören zu den förderfähigen Kosten des Heizungstauschs. Lassen Sie diese Positionen deshalb im Angebot Ihres Fachbetriebs ausweisen, damit sie im Förderantrag mitberücksichtigt werden. Wie Asbest am Dach erkannt und entsorgt wird, beschreiben wir übrigens ausführlich in unseren Beiträgen Asbest im Dach erkennen und Asbestdach entsorgen.
Förderung, wenn Sie Ihre Nachtspeicherheizung ersetzen
Der Umstieg von der Nachtspeicherheizung auf eine Wärmepumpe wird über die KfW Heizungsförderung bezuschusst. Für Eigentümer einer Nachtspeicherheizung ist diese Förderung besonders interessant, weil gleich mehrere Bausteine zusammenkommen können.
Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus
Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten und steht allen Antragsberechtigten offen, also auch Vermietern. Selbstnutzende Eigentümer können zusätzlich den Klimageschwindigkeitsbonus erhalten. Er beträgt derzeit 16 Prozent und sinkt planmäßig alle sechs Monate um vier Prozentpunkte, bis er ganz entfällt.
Nachtspeicherheizungen gehören ausdrücklich zu den Altanlagen, deren Austausch mit diesem Bonus belohnt wird, und zwar unabhängig vom Alter der Geräte. Voraussetzung ist, dass die Nachtspeicherheizung noch funktionstüchtig ist und durch die neue Heizung ersetzt wird.
Für Selbstnutzer mit geringerem Einkommen kommt der Einkommensbonus hinzu. Er beträgt 40 Prozent bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro und 10 Prozent bis 50.000 Euro. Haushalte mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren dürfen pauschal 10.000 Euro von ihrem Einkommen abziehen. Insgesamt ist die Förderung auf 70 Prozent begrenzt, bei einem Einkommen bis 30.000 Euro (mit Kind bis 40.000 Euro) auf 80 Prozent.
Was alles zu den förderfähigen Kosten zählt
Gefördert wird nicht nur das Heizgerät selbst. Zu den förderfähigen Kosten gehören auch die Arbeiten, die für Einbau und Betrieb der neuen Heizung notwendig sind. Gerade beim Umstieg von der Nachtspeicherheizung ist das entscheidend, denn hier fallen besonders viele dieser Umfeldmaßnahmen an:
Demontage und Entsorgung der Nachtspeicheröfen
Heizungsrohre und Wärmeverteilung im Haus
neue Heizkörper oder Flächenheizungen
Wärmespeicher und Elektroarbeiten für den Anschluss der Wärmepumpe
der hydraulische Abgleich und die Inbetriebnahme
Die förderfähigen Kosten sind derzeit auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit begrenzt. Dieser Betrag sinkt planmäßig halbjährlich um 750 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern kommen für die zweite bis sechste Wohneinheit je 15.000 Euro und ab der siebten je 8.000 Euro hinzu. Der höchstmögliche Zuschuss für die erste Wohneinheit liegt damit derzeit bei 22.400 Euro.
Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus
Ein selbstnutzender Eigentümer ersetzt seine funktionstüchtige Nachtspeicherheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Weil das Haus bisher kein Rohrnetz hatte, werden zusätzlich Heizungsrohre verlegt und Heizkörper eingebaut. Die alten Geräte werden fachgerecht ausgebaut und entsorgt.
Position | Ohne Einkommensbonus | Mit Einkommensbonus (Einkommen bis 40.000 Euro) |
Wärmepumpe inklusive Installation | 28.000,00 € | 28.000,00 € |
Rohrnetz und Heizkörper | 10.000,00 € | 10.000,00 € |
Ausbau und Entsorgung der Nachtspeicheröfen | 2.000,00 € | 2.000,00 € |
Gesamtkosten | 40.000,00 € | 40.000,00 € |
Förderfähige Kosten (Höchstgrenze erste Wohneinheit) | 28.000,00 € | 28.000,00 € |
Grundförderung 30 Prozent | 8.400,00 € | 8.400,00 € |
Klimageschwindigkeitsbonus derzeit 16 Prozent | 4.480,00 € | 4.480,00 € |
Einkommensbonus 30 Prozent | entfällt | begrenzt durch den Deckel |
Fördersatz gesamt | 46 Prozent | 70 Prozent (Deckel) |
Zuschuss | 12.880,00 € | 19.600,00 € |
Eigenanteil | 27.120,00 € | 20.400,00 € |
Die Rechnung zeigt, warum der Zeitpunkt eine Rolle spielt: Sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus um vier Prozentpunkte und die Kostengrenze um 750 Euro, verringert sich der Zuschuss im Beispiel ohne Einkommensbonus um mehr als 1.000 Euro. Den verbleibenden Eigenanteil können Sie auf Wunsch über den zinsgünstigen KfW Ergänzungskredit finanzieren.
Zuschuss oder Steuerbonus
Alternativ zum Zuschuss können Sie die Kosten über den Steuerbonus nach § 35c EStG geltend machen: 20 Prozent der Kosten, verteilt über drei Jahre, höchstens 40.000 Euro pro Objekt. Er steht nur Selbstnutzern offen, und das Gebäude muss mindestens zehn Jahre alt sein. Für ein und dieselbe Maßnahme gilt strikt entweder oder. Beim Umstieg von der Nachtspeicherheizung ist der Zuschuss in den allermeisten Fällen die bessere Wahl, weil schon Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus zusammen deutlich über 20 Prozent liegen. Wann sich der Steuerbonus dennoch lohnt, erklären wir in unserem Beitrag zur steuerlichen Absetzbarkeit energetischer Sanierungen.
Schritt für Schritt zur geförderten neuen Heizung
Der Ablauf bei der KfW Heizungsförderung ist klar geregelt. Entscheidend ist die Reihenfolge, denn ein Fehler am Anfang lässt sich später nicht mehr korrigieren.
1. Gebäude und Alternativen prüfen lassen Am Anfang steht die Frage, welches System zu Ihrem Haus passt. Ein Fachbetrieb ermittelt die Heizlast und schlägt die passende Wärmepumpe samt Wärmeverteilung vor. Prüfen Sie in diesem Schritt auch die Typenschilder Ihrer Nachtspeicheröfen auf möglichen Asbest.
2. Angebote einholen Holen Sie Angebote ein, in denen alle Positionen enthalten sind: Wärmepumpe, Rohrnetz, Heizkörper, Elektroarbeiten sowie Ausbau und Entsorgung der Altgeräte. Was nicht im Angebot steht, kann später auch nicht gefördert werden.
3. Vertrag mit Bedingung abschließen Der Vertrag mit Ihrem Fachbetrieb muss eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthalten, die ihn an die Förderzusage knüpft. Ohne diese Klausel gilt bereits die Unterschrift als Vorhabensbeginn, und die Förderung ist verloren. Eine Formulierungshilfe für diese Klausel finden Sie in unseren kostenlosen Downloads.
4. Bestätigung zum Antrag und Antragstellung Für den Antrag benötigen Sie eine Bestätigung zum Antrag (BzA). Bei sofort-foerderung.de laden Sie dafür einfach Ihr Angebot in unser Formular hoch. Unsere Energieeffizienz-Experten prüfen Ihr Vorhaben und erstellen die Unterlagen innerhalb von 24 Stunden. Anschließend begleiten wir Sie Schritt für Schritt durch die Antragstellung im KfW Portal.
5. Umsetzung Nach der Antragstellung dürfen Sie mit den Arbeiten beginnen, Sie müssen also nicht auf die Förderzusage warten. Ein Start vor der Zusage erfolgt allerdings auf eigenes Risiko.
6. Nachweis und Auszahlung Nach Abschluss der Arbeiten erstellen unsere Energieeffizienz-Experten die Bestätigung nach Durchführung (BnD). Mit diesem Nachweis und den Rechnungen wird der Zuschuss ausgezahlt.
Für die gesamte Begleitung zahlen Sie bei der KfW Heizungsförderung einen festen Preis von 598 Euro, fällig bei Beauftragung. Ein Energieeffizienz-Experte ist dabei in jedem Schritt eingebunden.
Typische Fehler beim Austausch und wie Sie diese vermeiden
Viele Förderanträge scheitern nicht an der Technik, sondern an vermeidbaren formalen Fehlern. Beim Umstieg von der Nachtspeicherheizung sehen wir einige davon besonders häufig.
Der Vertrag wird zu früh unterschrieben. Gerade wenn der Heizungsbauer kurzfristig einen Termin frei hat, ist die Versuchung groß, schnell zu unterschreiben. Fehlt die aufschiebende oder auflösende Bedingung, gilt das als Vorhabensbeginn. Eine nachträgliche Förderung ist dann ausgeschlossen.
Die Wärmeverteilung wird getrennt beauftragt. Manche Eigentümer lassen das Rohrnetz schon einmal verlegen und kümmern sich erst danach um die Wärmepumpe. Damit beginnt das Vorhaben aber bereits mit dem ersten Auftrag. Rohrnetz, Heizkörper und Wärmepumpe gehören in einen gemeinsamen Antrag, bevor irgendein Teil davon beauftragt wird.
Die Altgeräte werden vorab ausgebaut. Wer die Nachtspeicheröfen schon vor der Antragstellung entfernt, riskiert gleich zweifach Geld: Die Ausbaukosten sind dann nicht mehr förderfähig, und für den Klimageschwindigkeitsbonus muss die alte Heizung zum Zeitpunkt der Antragstellung noch funktionstüchtig sein.
Die Heizflächen sind zu klein geplant. Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Werden zu kleine Heizkörper eingebaut, steigt der Stromverbrauch. Hier lohnt sich eine saubere Heizlastberechnung, im Zweifel auch der Blick auf eine Hochtemperatur Wärmepumpe.
Asbest wird nicht geprüft. Werden asbesthaltige Geräte unsachgemäß demontiert, drohen gesundheitliche Risiken und hohe Folgekosten. Ein Blick auf das Typenschild vor Beginn der Arbeiten kostet nichts.
Genau hier setzen wir an: sofort-foerderung.de prüft Ihr Vorhaben, bevor Sie den Vertrag unterschreiben, achtet auf die richtige Vertragsklausel und sorgt dafür, dass alle förderfähigen Positionen im Antrag berücksichtigt werden.
Einschätzung aus der Praxis
Der Umstieg von der Nachtspeicherheizung ist einer der lohnendsten Heizungswechsel überhaupt, weil der Unterschied im Stromverbrauch so groß ist. Gleichzeitig ist er planerisch anspruchsvoller als der Tausch einer Gas oder Ölheizung, weil die komplette Wärmeverteilung neu entsteht. Die Erfahrungen unserer Kunden zeigen: Wer das Vorhaben als Gesamtpaket plant und alle Arbeiten in einem Antrag bündelt, holt die Förderung vollständig ab und erlebt später keine unangenehmen Überraschungen.
Expertenwissen
„Bei Häusern mit Nachtspeicherheizung schauen viele zuerst auf den Preis der Wärmepumpe. Der eigentliche Kostentreiber ist aber meist die neue Wärmeverteilung, und genau die wird gefördert, wenn sie von Anfang an im Antrag steht. Mein Rat: Klären Sie vor der ersten Unterschrift, welche Heizflächen Ihr Haus wirklich braucht, und werfen Sie einen Blick auf die Typenschilder der alten Geräte. Diese beiden Punkte entscheiden darüber, ob der Umstieg reibungslos und wirtschaftlich gelingt."
Armin Sukalic, B. Eng. - dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte
Fazit: Nachtspeicherheizung ersetzen lohnt sich mit der richtigen Reihenfolge
Eine Pflicht zum Austausch gibt es nicht, gute Gründe dafür aber umso mehr. Wer seine Nachtspeicherheizung ersetzen möchte, kommt mit einer Wärmepumpe in den meisten Häusern mit rund einem Drittel des bisherigen Heizstroms aus, gewinnt an Komfort und steigert den Wert seiner Immobilie. Die größte Hürde, die fehlende Wärmeverteilung, wird als Umfeldmaßnahme mitgefördert, ebenso der Ausbau und die Entsorgung der alten Geräte.
Finanziell besonders attraktiv ist der Zeitpunkt, solange der Klimageschwindigkeitsbonus noch auf hohem Niveau liegt. Entscheidend ist, dass Sie die Reihenfolge einhalten: erst prüfen, dann den Vertrag mit Bedingung abschließen, dann den Antrag stellen und erst danach mit den Arbeiten beginnen.
sofort-foerderung.de kümmert sich um den gesamten Förderprozess: Wir prüfen Ihr Vorhaben, erstellen die Bestätigung zum Antrag innerhalb von 24 Stunden, begleiten Sie durch die Antragstellung im KfW Portal und erstellen nach der Umsetzung die Nachweise für die Auszahlung. Bitte beachten Sie, dass sich Förderbedingungen ändern können und jedes Vorhaben individuell geprüft werden sollte.
Häufige Fragen zum Austausch der Nachtspeicherheizung
Kann ich nur einen Teil der Nachtspeicheröfen ersetzen?
Technisch ist das möglich, für die Förderung ist es aber meist ungünstig. Die KfW fördert einen neuen Wärmeerzeuger, der das Gebäude beheizt. Bleiben einzelne Nachtspeicheröfen dauerhaft in Betrieb, ist die alte Heizung nicht vollständig ersetzt, und der Klimageschwindigkeitsbonus kann entfallen. Wenn Sie einzelne Räume weiterhin elektrisch beheizen möchten, etwa ein selten genutztes Gästezimmer, sollten Sie das vor der Antragstellung klären lassen. In den meisten Fällen ist es sinnvoller, alle Räume an die neue Wärmeverteilung anzuschließen und die alten Geräte vollständig auszubauen.
Was passiert mit dem Warmwasser, wenn die Nachtspeicherheizung rausfliegt?
In Häusern mit Nachtspeicherheizung wird Warmwasser meist über elektrische Durchlauferhitzer oder Boiler bereitet. Entscheiden Sie sich für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, kann sie über einen Warmwasserspeicher auch diese Aufgabe übernehmen, was den Stromverbrauch für Warmwasser ebenfalls deutlich senkt. Bei einer Luft-Luft-Wärmepumpe ist das nicht möglich. Dort bleiben die Durchlauferhitzer entweder in Betrieb, oder Sie ergänzen eine eigene Lösung für das Warmwasser. Am besten planen Sie Heizung und Warmwasser von Anfang an gemeinsam, damit alle Komponenten im selben Antrag stehen.
Muss für die Wärmepumpe der Stromanschluss erneuert werden?
Häufig ja, zumindest teilweise. Nachtspeicherheizungen laufen meist über einen eigenen Zähler mit Heizstromtarif, oft gesteuert über einen Rundsteuerempfänger. Eine Wärmepumpe braucht einen eigenen Stromkreis, und je nach Alter der Elektroinstallation muss der Zählerschrank angepasst oder erneuert werden. Diese Elektroarbeiten können als Umfeldmaßnahme förderfähig sein, wenn sie für den Betrieb der Wärmepumpe notwendig sind. Lassen Sie sie deshalb im Angebot des Fachbetriebs gesondert ausweisen, statt sie später separat zu beauftragen.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch in einem schlecht gedämmten Haus?
In vielen Fällen ja, entscheidend sind eine saubere Heizlastberechnung und ausreichend große Heizflächen. Weil bei einem Haus mit Nachtspeicherheizung die Heizkörper ohnehin neu geplant werden, haben Sie hier sogar einen Vorteil: Sie können die Heizflächen von Anfang an auf niedrige Vorlauftemperaturen auslegen. Bei sehr hohem Wärmebedarf kann es sinnvoll sein, vorher oder parallel einzelne Bauteile zu dämmen, etwa das Dach oder die oberste Geschossdecke. Diese Maßnahmen werden separat über das BAFA gefördert.
Bekomme ich als Vermieter auch eine Förderung?
Ja, die Grundförderung von 30 Prozent steht auch Vermietern offen. Der Klimageschwindigkeitsbonus und der Einkommensbonus sind dagegen selbstnutzenden Eigentümern vorbehalten. Gerade in Mehrfamilienhäusern aus den Sechziger und Siebzigerjahren sind Nachtspeicherheizungen noch verbreitet. Hier steigen die förderfähigen Kosten mit jeder Wohneinheit. Mehr dazu lesen Sie in unseren Beiträgen zur Förderung für Vermieter und zur Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus.
Lohnt sich der Austausch, wenn ich das Haus in einigen Jahren verkaufen möchte?
Häufig ja. Die Heizung gehört zu den ersten Punkten, auf die Kaufinteressenten und Banken achten, und eine Nachtspeicherheizung drückt die Energieklasse spürbar nach unten. Mit einer neuen Wärmepumpe lässt sich das Haus nicht nur leichter vermarkten, Sie profitieren bis zum Verkauf auch selbst von den niedrigeren Heizkosten. Da der Klimageschwindigkeitsbonus nur Selbstnutzern zusteht, sollten Sie den Austausch angehen, solange Sie noch selbst im Haus wohnen.
Kann ich die Arbeiten in mehreren Etappen durchführen?
Grundsätzlich ja, entscheidend ist aber, dass alle Arbeiten, die zur Heizungsmaßnahme gehören, vor dem ersten Auftrag beantragt werden. Wer zum Beispiel im Frühjahr das Rohrnetz verlegen lässt und im Herbst die Wärmepumpe beauftragt, hat das Vorhaben mit dem ersten Auftrag bereits begonnen. Für die Umsetzung selbst haben Sie nach der Antragstellung ausreichend Zeit, sodass sich die Arbeiten innerhalb des Bewilligungszeitraums auch zeitlich strecken lassen. Planen Sie den Ablauf deshalb von Anfang an gemeinsam mit Ihrem Fachbetrieb und stellen Sie den Antrag für das Gesamtpaket.
Fördermittel einfach und sicher beantragen
Die richtige Förderung zu finden ist oft nur der erste Schritt. Entscheidend ist, dass der Antrag vollständig, korrekt und rechtzeitig gestellt wird, damit Sie die möglichen Zuschüsse auch tatsächlich erhalten.
Genau dabei unterstützen wir Sie.
Über unser Formular können Sie schnell und unkompliziert prüfen lassen, welche Fördermittel für Ihr Vorhaben infrage kommen. Unsere Experten begleiten Sie bei Bedarf durch den gesamten Prozess, von der Förderprüfung bis zur Antragstellung.
Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular und lassen Sie Ihre Fördermöglichkeiten unverbindlich prüfen.
Oder rufen Sie uns direkt an. Wir beraten Sie gerne persönlich zu Ihren Fördermöglichkeiten.
+49 821 508 996 49





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